Angehende Betriebswirte präsentieren Abschlussprojekte

|   Ahaus

Die Studierenden der Abschlussklasse der Fachschule für Wirtschaft stellten in den Räumen des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Ahaus die Ergebnisse ihrer Projektarbeit der Öffentlichkeit vor. Im Rahmen ihrer beruflichen Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin und zum staatlich geprüften Betriebswirt führten die Studierenden im siebten Semester ein Projekt durch. Die Projektthemen wurden in Zusammenarbeit mit hiesigen Unternehmen entwickelt, die so die Möglichkeit sahen, gemeinsam eine innovative und kreative Lösung für ein betriebliches Problem zu erarbeiten oder auch betriebliche Abläufe zu optimieren.

Die folgenden Projekte aus den Schwerpunkten Absatzwirtschaft und Wirtschaftsinformatik wurden durchgeführt:

  • Die Tenbrink Ladeneinrichtungen GmbH und Tenbrink HotelPlan GmbH aus Stadtlohn sind zwei Schwesterunternehmen. Um Synergien im Bereich der Lieferantenauswahl zu nutzen, programmierten Pascal Golembeck, Sebastian Krol, Jonas Hewing und Robin Dingslaken eine Anwendung, die die Lieferantendatenbanken der beiden Unternehmen verbindet und auch eine Websuche nach Lieferanten enthält.
  • Für die Unternehmensgruppe Pietsch aus Ahaus erstellten Jana Wolters, Stacy Kluge und Hannah Tillmann eine Handlungsempfehlung für die Warenplatzierung und
    -präsentation der Haus- und Fördermarken in einem Fachcenter. In diesem Projekt untersuchten die Studierenden die Ladengestaltung und das Kaufverhalten der Kunden in den Fachcentern und entwickelten daraus Handlungsempfehlungen, wie diese für die Kunden noch attraktiver zu gestalten.
  • Die Gaststätte Schneermann aus Reken hat, wie die meisten im Veranstaltungsbereich tätigen Unternehmen, das Problem, dass der Einsatz und die Abrechnung der Mitarbeiter über Papier und Telefon erfolgt. Um diesen Aufwand zu minimieren, programmierten Astrid Anton, Heike Budde, Jan Wissing und Tobias Elbert eine digitale Mitarbeiterverwaltung. Jetzt können sich die Mitarbeiter über eine App für die Arbeit bei einer Veranstaltung melden. Das erleichtert die Einsatzplanung und die Lohnabrechnung.
  • Für die amexus Informationstechnik GmbH & Co KG aus Ahaus erstellten Jan Hilgenberg, Robin Ostenried, Dennis Schötteler und Dominik Duesmann im Rahmen der Kommunikationspolitik einen Produktfilm für die Software „PortalPoint“ und zeigten sinnvolle Wege zur Veröffentlichung des Videos auf.
  • In vielen Unternehmen ist die Mitarbeiterzufriedenheit ein wichtiges Argument, um Fachkräfte zu halten oder neue Fachkräfte zu gewinnen. Für das St. Pankratius Altenheim in Gescher entwickelten Theresa Levers und Vanessa Könnemann Handlungsempfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit.
  • Die H & W Nutzfahrzeugtechnik GmbH in Vreden baut Fahrzeuge für den Transport unterschiedlicher Güter. Schubbodenauflieger dienen dem Transport von Schütt- und Stückgut und ermöglichen eine automatisierte Entladung. Für diesen Anhängertyp führten Julia Wenning, Marvin Kölker und Niklas Heßling eine Marktpotential- und Unternehmensanalyse durch und entwickelten daraus Handlungsempfehlungen für die Akquise neuer Kunden.
  • In vielen Praxen von Heilpraktikern werden, im Gegensatz zu Arztpraxen, die Termine, die Behandlungen und die Patienten noch mit Hilfe von Kalender und Karteikarten verwaltet, weil es keine geeignete Software gibt. Aus diesem Grund programmierten Ira Seidler, Sabrina Strefel und Jasmin Krafeld für die GesundheitPraxis Manuela Seidler aus Ahaus eine Geschäftsressourcenplanung.
  • Den Arbeitgeber als Marke zu sehen, um sich von der Konkurrenz, also anderen Arbeitgebern, abzuheben, ist eine weitere Möglichkeit, um Fachkräfte zu halten bzw. zu gewinnen. Die Identifikation mit einer Marke beruht auf Gefühlen, die man mit der Marke verbindet. Die Limbic Map ist ein Werkzeug, die Emotionen der Mitarbeiter zu erfassen und auszuwerten. Lena Langkamp, Katharina Bopp und Caroline Fortmann entwickelten nun für die euregio Dienstleistungen GmbH aus Bocholt auf der Basis einer Limbic Map eine Employer Branding Strategie.

Die diesjährige Veranstaltung zur Präsentation der genannten Projekte begann mit der Begrüßung durch den Schulleiter des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Reinhard Wehmschulte. Er gratulierte den Studierenden zu ihren Projekten und führte aus, dass diese mit ihrem Engagement und dem Wissen gesuchte Fach- und Führungskräfte seien.

In seiner Ansprache stellte Manfred Hornig, Leitung Finanzen, Controlling und ERP bei der Tenbrink Ladeneinrichtung GmbH, Stadtlohn, die Sichtweise eines Projektpartners dar. Für ihn ist die berufliche Weiterbildung eine Investition in die Zukunft, um Fachkräfte zu binden und zu generieren. So gibt es in seinem Unternehmen eine Personalreferentin, die den Fort- und Weiterbildungsbedarf feststellt, Mitarbeiter anspricht und langfristige Nachfolgeregelungen im Blick hat. Auf der anderen Seite steht für die Mitarbeiter der Generation Y nicht mehr nur das Gehalt im Vordergrund, sondern die Arbeit soll sinnstiftend sein, Spaß machen und mit dem gesellschaftlichen Umfeld in Einklang stehen. So stellt die berufliche Weiterbildung eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen dar.

Als Bildungsgangleiterin der Fachschule für Wirtschaft führte Gabriele Lütkemeier eine Projektrückschau der diesjährigen Projekte durch. Sie stellte dabei fest, dass die Projekte nur deshalb so erfolgreich waren, weil die Projektteilnehmer mit sehr viel Einsatz, Leistungsbereitschaft und Fachwissen die Probleme, die ihnen von den Partnerunternehmen angetragen wurden, gelöst haben. Das zeigt sich auch darin, dass die erarbeiteten Handlungsempfehlungen, Strategien und Programme entweder schon im Einsatz sind oder noch umgesetzt werden sollen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte die Projektgruppe „PLAN1PLUS – die digitale Mitarbeiterverwaltung“ ihre Arbeit den Anwesenden vor. Ausgehend vom Problem wurden das Projektziel, die Vorgehensweise, das Ergebnis und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gezeigt. Im Rahmen einer Messe gab es anschließend die Gelegenheit an den Ständen direkt mit den Mitgliedern der verschiedenen Projektgruppen zu sprechen, was auch ausgiebig genutzt wurde.

Weitere Informationen zur Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung sind im Internet unter www.bwv-ahaus.de zu finden. Eine Anmeldung für die am 29. August erneut startende Weiterbildung ist noch möglich. Für Fragen steht Hendrik Brügging als Koordinator der Fachschule für Wirtschaft unter bg@bwv.krbor.de gern zur Verfügung.

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