Angehende Abiturientin aus Heek erhält Schulpreis

|   Ahaus

Für ihr Projekt „Begegnungen mit dem Pferd“ erhält die angehende Abiturientin Ina Schlichtmann aus dem Berufskolleg Canisiusstift in Ahaus den ersten Preis bei dem diesjährigen SMMP Schulpreis für Engagement. Er ist mit 2000 Euro dotiert. Das Geld kommt den Kursen zu, zu denen die 18-Jährige in ihrem Reiterverein in Heek-Nienborg vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien einladen will.

Mit dieser Auszeichnung würdigt die Bergkloster Stiftung der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel das ehrenamtliche, gesellschaftliche Engagement der Schülerinnen und Schüler an den ordenseigenen Schulen. Bei der Übergabe der Urkunde betonte die Generaloberin der Ordensgemeinschaft und Stiftungsvorsitzende Schwester Maria Thoma Dikow: „Wir haben sehr beeindruckende Bewerbungen aus unseren sieben Schulen erhalten. Dazu gehört auch Ihre. Wir wollen Sie hier ja genau in diesem Geist der Solidarität stärken.“

Den ersten Platz teilt sich Ina Schlichtmann mit zwei angehenden Erziehern aus der berufsbildenden Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt. Auch sie setzen sich mit ihrem Projekt „Schüler helfen Schülern“ vor allem für benachteiligte Jugendliche ein. Für beide Projekte gibt es ein Preisgeld von je 2000 Euro.

Mit ihrem Angebot will Ina Schlichtmann Kindern vor allem mehr Selbstvertrauen vermitteln, ihre Kommunikationsfähigkeit verbessern und nicht zuletzt den Glauben an Lernerfolge zurückgeben. Als die Schülerin ihre Urkunde von Schwester Maria Thoma und Schulleiterin Schwester Maria Manuela Gockel entgegennahm, sagte sie: „Darüber freue ich mich sehr. Damit lässt sich viel erreichen.“

Die 18-Jährige besucht am Berufskolleg Canisiusstift den zwölften Jahrgang des beruflichen Gymnasiums und will im kommenden Jahr ihr Abitur machen. Seit ihrem sechsten Lebensjahr ist sie Mitglied des Reitervereins St. Georg in Heek-Nienborg. Sie leitet dort eine Voltigier-Gruppe für Grundschulkinder und ist inzwischen zweite Vorsitzende im Jugendvorstand. „Meine Familie hat auch drei Pferde zu Hause. Mit diesen Tieren, die mir am besten vertraut sind, würde ich diese ersten Begegnungen mit dem Pferd für Kinder organisieren wollen“, erklärt die Schülerin.

Schon einmal hatte der Verein Kinder zu einem kostenlosen Voltigier-Kurs eingeladen. Dieses Angebot war auf große Resonanz gestoßen, ließ sich aus Kostengründen aber nicht weiterführen. „Schließlich müssen der Unterhalt der Pferde und die Halle bezahlt werden. Dafür benötigt der Verein auch Einnahmen“, weiß Ina Schlichtmann. Die 2.000 Euro seien aber ein guter Grundstock, um eine Reihe von Stunden durchzuführen.

Bei den Begegnungen mit dem Pferd steht das Reiten zunächst weniger im Vordergrund. Die Schülerin erläutert: „In der kleinen Gruppe geht erst einmal um Verhaltensregeln, Körperhaltung und Kommunikation. Dazu gehören das Putzen, Satteln und Führen der Pferde. Und das sogenannte Schreck-Training. Dabei werden die Pferde an Dinge herangeführt, die sie noch nicht kennen. So entsteht eine enge Bindung zu dem Tier, das zur emotionalen Stütze werden kann. Die Erfolge vermitteln den Kindern Selbstvertrauen.“

Wie wichtig ein wertschätzender und persönlicher Umgang miteinander ist, erfährt Ina Schlichtmann auch am Berufskolleg Canisiusstift: „Ich finde gut, dass wir hier am beruflichen Gymnasium im Klassenverbund unterrichtet werden. Das fördert den Zusammenhalt. Die Lehrerinnen und Lehrer gehen auf uns zu. Da spürt man den Vorteil einer überschaubaren Schule.“

Diese Wertschätzung will sie auch den Kindern in der Reithalle vermitteln: „Mir ist zwar bewusst, das ich mit meinem Projekt nicht die Welt verändere. Jedoch bin ich mir sicher, dass dieses Projekt die Welt von zehn oder 20 Kindern verändern kann.“ Aufgrund der Corona-Pandemie muss Ina Schlichtmann mit dem Start ihres Angebotes allerdings noch warten: „Ich hoffe aber, dass wir nach den Sommerferien damit anfangen können.“

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