Abgeordnete erleben Arbeitsmarkt

|   Kreis Borken

 

Ein kleiner Bus fährt durch das Münsterland, eigentlich etwas, das täglich sehr häufig vorkommt. Das Besondere an diesem Bus sind aber die Passagiere. Vier Landes- und Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Borken, sowie die Bürgermeister aus Ahaus und Schöppingen sitzen an Bord. Sie sind einer Einladung der Agentur für Arbeit Coesfeld gefolgt, den Arbeitsmarkt vor Ort hautnah zu erleben.

„Den besten Eindruck von den Herausforderungen am Arbeitsmarkt erhält man, wenn man mit den Entscheidern der Unternehmen ins Gespräch kommt“, erklärt der Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, Johann Meiners den Grund für die Initiierung der Tour. Besonders das Thema Digitalisierung stand auf dem Fahrplan dieser Tour. Dafür stiegen die Mitglieder des Bundestages Ingrid Arnd-Brauer, Ursula Schulte, Johannes Röring, das Landtagsmitglied Wilhelm Korth, sowie die Ahauser Bürgermeisterin Carola Voß und Schöppingens Bürgermeister Franz-Josef Franzbach in den von der Arbeitsagentur bereitgestellten Bus, um sich mit der Digitalisierung in Unternehmen zu beschäftigen.

So testen die Teilnehmer bei der Firma Winterhalter Garten- und Landschaftsbau in Schöppingen, wie es ist, sich mit einer Virtuell-Reality-Brille durch einen in 3D geplanten Garten zu bewegen. „Wir gehen hier neue Wege, um unseren Kunden den künftigen Garten erlebbar zu machen“, erklärt Inhaber Gregor Winterhalter, während eine Drohne über den Köpfen der Politiker kreist. Diese nutzt das Unternehmen im Planungsprozess zur Vermessung des Grundstückes. Das Schöppinger Unternehmen ist damit in der Branche am Puls der Zeit. „Die Möglichkeiten, die mit der Digitalisierung entstehen, nutzt Herr Winterhalter in seinem Unternehmen in hervorragender Weise“, lobt Agenturleiter Meiners.

Stefan Nacke, Geschäftsführer der Firma amexus Informationstechnik in Ahaus, begrüßte die Abgeordneten ebenfalls in seinem Unternehmen. Für ihn ist die Digitalisierung Kern der Unternehmensausrichtung. So verblüffte er die Abgeordneten damit, dass man die Protokolle der Bundestagssitzungen analysiert hat und nun IT-gestützt mittels Künstlicher Intelligenz zahlreiche Auswertungen dazu machen kann, wer sich wann zu welchem Thema einbringt. „Bezogen auf die Wirtschaft können wir mit Datensammlungen und Auswertungen sogar Vorhersagen machen“, erklärt er den Gästen und ergänzt: „Zum Beispiel können wir die Besucherzahlen im Freibad mit Daten der Vergangenheit und dem Wetterbericht ziemlich genau vorhersagen.“ Den Betreibern können diese Daten dann zum Beispiel bei der Personalplanung helfen.

Gleichzeitig mahnte Nacke aber, dass Deutschland aus seiner Sicht in puncto Digitalisierung von Unternehmen, Prozessen und Geschäftsmodellen Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren. „Andere Länder sind da ganz anders aufgestellt und deutlich weiter.“ Auch die Schwierigkeiten, die sich durch die Datenschutzgrundverordnung ergeben sprach er an.

Für die Politiker boten sich interessante Einblicke in die Herausforderungen des Arbeitsmarktes vor Ort und viele Möglichkeiten, mit den Unternehmern und untereinander ins Gespräch oder in die Diskussion zu kommen. „Politikern den Arbeitsmarkt hautnah zu zeigen war unser Ziel. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen“, zieht Meiners ein positives Fazit. Auch die Teilnehmer waren von den vielen Eindrücken und interessanten Gesprächen begeistert und signalisierten, zukünftig gerne wieder an dieser Tour teilnehmen zu wollen.

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