50 Jahre WFG: Blick zurück und nach vorn

|   Ahaus

„Den damaligen Gründungsvätern und –müttern gilt auch heute noch Dank und Respekt, allen voran dem damaligen Oberkreisdirektor Karl Rudolph und dem langjährigen Landrat Franz Skorzak“, so Landrat Dr. Kai Zwicker. Im Rahmen der Jubiläumsfeier der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) mit über 200 Gästen in der Stadthalle Ahaus blickte er auf  auf wichtige historische Meilensteine der WFG zurück. Er skizzierte die Entwicklung der Aufgabenfelder, angefangen von der Gründungsberatung, Betriebsberatung, Innovationsberatung, über Standortmarketing, Fachkräftesicherung, Breitbandausbau bis zur Digitalisierung. Damit einher beschrieb er auch die personelle Entwicklung vom „1-Mann-Betrieb“ bis zur heute rund 17-köpfigen, hoch qualifizierten Mannschaft.

Auch, dass Glasfaser heute für nahezu jeden dritten Haushalt im Kreis Borken direkt verfügbar sei und Lücken in den Außenbereichen aktuell dank einer 55 Mio. Euro-Förderung geschlossen werden, sei von der WFG vorangetrieben worden. „Und wer hätte gedacht, dass der Kreis Borken einmal als ‚Sillcon Valley im Münsterland‘ bezeichnet werden würde?“, so der Landrat und erwähnte die neuen Branchenschwerpunkte IT-Wirtschaft und regenerative Energien. Mit Blick auf die äußerst positive wirtschaftliche Entwicklung würdigte er auch das Engagement der zahlreichen mittelständischen Unternehmen, die sich aus z.T. sehr kleinen Anfängen vielfach dynamisch weiter entwickelt haben.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller spannte den Bogen weit ins Münsterland hinein und in den Kreis Borken, in dem viele Hidden Champions zu Hause sind. Sie würdigte die Zusammenarbeit der WFG auf Münsterland-Ebene und nannte die Vernetzung verschiedener öffentlicher Institutionen, betrieblicher und verbandlicher Akteure als eine zentrale Aufgabe der WFG. Im Fokus dieses strategischen Netzwerkmanagements steht die Kooperation und Koordination der verschiedenen Akteure unter einander, beispielsweise der Kammern, Verbände, Verwaltungen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Hochschulen.  Wie weit diese in den letzten Jahren zum wirtschaftlichen Wohl des Kreises Borken beigetragen hat, machte sich beispielhaft an verschiedenen Themen deutlich: Für die Digitalisierung habe die WFG schon vor vielen Jahren durch die Investition in den vorausschauenden Glasfaserbau die Weichen richtig gestellt. Mit der Digitalisierung einher geht die Innovationsförderung. Hier hob sie insbesondere das Engagement der WFG für die Bionik und deren Technologietransfer, u.a. im „Haus der Bionik“ hervor. Auch von dem Förderprojekt „Mechatronik für KMU“ habe die Wirtschaft im Kreis Borken vielfach profitiert. Im Ausblick betonte die Regierungspräsidentin, dass auch der Austausch der Regionen untereinander als Arbeitsfeld künftig stärker ins Blickfeld gerückt werden könne.

„Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen einerseits sowie zwischen den Unternehmen und den Institutionen andererseits tragen wesentlich mit dazu bei, dass die Wirtschaft im Kreis Borken so gut dar steht“, betonte Regierungspräsidentin Dorothee Feller.

Unterhaltsame Einblicke vermittelten Oberkreisdirektor i.R. Raimund Pingel, Benedikt Kisner, Geschäftsführer Netgo GmbH, Carsten Sühling, Geschäftsführer Spaleck GmbH & Co.KG und Anja Kühlkamp, NRW.INVEST. Die Moderatorin und Mittelstandsexpertin Anke Henrich entlockte ihnen als Gäste der Podiumsdiskussion so manches Statement, das die persönliche und wirtschaftliche Beziehung zum Kreis Borken und der WFG verriet. Im Talk wurde ein breites Themenspektrum angerissen, auch mit Rückschau auf die Entwicklung der Region vom „wirtschaftlichen Armenhaus“ zur Vorzeigeregion. Dabei zeichnete sich immer wieder die Rolle der WFG als Initiator der Entwicklung ab. Viele Kontakte zu den Unternehmen sind dabei langjährig und persönlich gewachsen. Die Talkrunde machte deutlich: Der gute Ruf der WFG über 50 Jahre wurde Schritt für Schritt erarbeitet.

In seinem Schlusswort dankte WFG-Geschäftsführer Dr. Heiner Kleinschneider allen aktuellen und früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr persönliches Engagement, fachliche Kompetenz und ihre Bereitschaft, ihre Aufgabe als Service für die Wirtschaft und die Region zu verstehen. Dies sei eine gesunde Basis, auf die auch in Zukunft gebaut werden könne, „…denn Wirtschaftsförderung ist ein schnelllebiges Geschäft, das Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit erfordert – und neue Schwerpunktsetzungen entsprechend der Bedarfe unseres heimischen Mittelstandes“, so Dr. Kleinschneider. Demzufolge stehen heute der öffentlich definierten Zwecksetzung der WFG sieben Leistungsbereiche gegenüber – mit dem Bereich Digitalisierung als „jüngstem Kind.“ Bei allen Aufgaben blicke die WFG voller Optimismus in die Zukunft. „Wir wollen als Wegweiser fungieren, gute Beispiele nach vorn bringen und bekannt machen, fachliches Know-how zu Zukunftstechnologien stärken und in die Unternehmen bringen“, so Dr. Kleinschneider.

Die Musikschule Ahaus gestaltete mit einem Flötentrio ein passendes musikalisches Rahmenprogramm und leitete über zum anschließenden Get together, das die geladenen Gäste vielfach zum persönlichen Austausch nutzten.

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