16 Altenpflegefachkräfte haben Examen in der Tasche

|   Kreis Borken

16 neue Pflegefachkräfte lindern ab sofort ein wenig die Personalnot im Kreis Borken. Gleichwohl: Der Bedarf steigt weiter. Das betonte das  Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe des Roten Kreuzes im Kreis Borken in einer Presseerklärung. 13 weibliche Prüflinge und drei junge Männer aus Bocholt und dem südlichen Kreis Borken haben beim Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe die staatlich anerkannte Ausbildung als examinierte Altenpfleger erfolgreich abgeschlossen. Es ist der zweite Abschluss der 2015 gegründeten Schule. Sie hat ihren Sitz im Europahaus an der Adenauerallee 59 in Bocholt.

Schulleiterin Bernett Pingel lobte den Abschluss und freute sich mit den Absolventen, „dass alle durchgehalten und den Abschluss geschafft haben“. Sie mahnte aber auch: „Glauben sie nicht, dass Sie sich darauf ausruhen können. Wir eilen von Notstand zu Notstand. Vergangenes Jahr war es der Pflegenotstand, der diskutiert wurde. Jetzt ist es der Klimanotstand, der ausgerufen wird. Der Unterschied: Für das Klima gehen die jungen Menschen auf die Straße. Dadurch ist der Pflegenotstand etwas in den Hintergrund getreten. Doch angesichts der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wird der Bedarf nach Pflegepersonal steigen.“

Politik sei sich einig, bekräftigte Bernett Pingel: „In der Pflege braucht es ausreichend qualifizierte Fachkräfte, die gute Arbeitsbedingungen vorfinden müssen. Junge Menschen sollen mit attraktiven Ausbildungsangeboten für den Beruf interessiert werden. Solche Ankündigungen gibt es schon lange. Aber ist wirklich etwas passiert?“, fragte die Schulleiterin: „Die kritische Anmerkung mag erlaubt sein, dass auf die Worte nicht viele Taten folgen. Die Häuser bekommen es täglich zu spüren, weil ihnen das Personal fehlt.“

In diesem zweiten Ausbildungslehrgang am Rotkreuz-Bildungsinstitut in Bocholt habe Schulleiterin Bernett Pingel „hochmotivierte Schülerinnen und Schüler in der Klasse gehabt“, wie sie betonte. „Sie waren fleißig und strebsam.“ Bernett Pingel: „Drei Jahre des Lernens, der Anstrengung, drei Jahre Druck, Ehrgeiz, Wille, Überraschungen und Aha-Effekte liegen hinter Ihnen. Sie haben es geschafft und halten Ihr Examen in den Händen.“

Klassenlehrerin Christine Stolze-Marke hatte zuvor die Ausbildung während der Umbauphase des Europahauses mit einer Baustelle verglichen. Zur „Bauzeit“ mit 2100 Stunden in Theorie und 2400 in Praxis hätten „Fundament“, „Rohbau“ und „Fertigstellung“ mit der „Einrichtung“ gehört. Begleitet worden sei der „Bau“ auch mit Ärger und Anstrengung, vor allem aber mit großem Engagement und Empathie. Die Klassenlehrerin gab den Pflegeneulingen mit auf den Weg: „So ein Haus ist niemals ganz fertig. Bleiben Sie motiviert und seien sie dennoch stolz auf das Erreichte.“

Urkunden, Sonnenblumen und ein hohes Maß an Anerkennung gab es bei der Abschlussfeier. Die erfolgreichen Prüflinge treten ihre Jobs bei ihren jeweiligen Arbeitgebern an.

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