Vredener Gymnasium bleibt bestehen

|   Vreden

Zum intensiv diskutierten Thema Gesamtschule ist es am Freitag in einer guten und sachlichen Atmosphäre zu einem Gespräch zwischen Stadtverwaltung und Stadtschulpflegschaft gekommen, in der alle Beteiligten großes Verständnis für die Rolle und Position der jeweils anderen Seite aufbrachten. Einig waren sich alle vier Gesprächsteilnehmer in dem intensiven Willen, die für die Schullandschaft der Stadt Vreden - und damit für die Vredener Schüler und Eltern - beste Lösung zu finden. Für die Stadtverwaltung betonte Erster Beigeordneter Bernd Kemper dabei angesichts der auch öffentlich geäußerten Sorgen und Kritik der Stadtschulpflegschaft, dass - entgegen anderslautender Gerüchte - der Prozess der Entscheidungsfindung in Sachen Gesamtschule erst am Anfang stehe. Sinnvollerweise könne deshalb auch erst jetzt das Gespräch mit der Stadtschulpflegschaft erfolgen.

Er erinnerte daran, dass es am 4. Mai auf Initiative der Bezirksregierung Münster ein Gespräch mit der Stadtverwaltung gegeben habe, in dem das Thema Gesamtschule als denkbare Entwicklungsoption für die Sekundarschule erstmals angesprochen worden sei. Schon damals habe die Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass eine solche Entwicklung allenfalls in Kooperation mit dem Vredener Gymnasium vorstellbar sei und wenn dieses dadurch nicht beeinträchtigt würde. Vereinbart wurde im Mai deshalb zunächst eine Kommunikation zwischen den Schulleitungen der Sekundarschule und des Gymnasiums sowie den unterschiedlichen Dezernaten innerhalb der Bezirksregierung. Dieser Sachstand wurde dem zuständigen Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss am 27. Juni und dem Stadtrat am 6. Juli mitgeteilt.

Nach den Sommerferien kam es dann am 6. September zu einem gemeinsamen Gespräch der beiden Vredener Schulleitungen - Dr. Jürgen Klomfaß für das Gymnasium und Gisela Huning für die Sekundarschule - mit der Stadtverwaltung. In diesem Gespräch waren sich alle Beteiligten einig in dem gemeinsamen Ziel, ein gut funktionierendes Schulsystem für Vreden zu erhalten, bei dem am Ende des Prozesses den Eltern weiterhin die Wahlmöglichkeit zwischen zwei qualitativ guten weiterführenden Schulangeboten geboten wird. Es werde deshalb in Sachen Gesamtschule zu keiner Entscheidung kommen, bei der das Gymnasium nur ansatzweise in seiner Existenz gefährdet werden könnte.

Das schon vor den Sommerferien terminierte Gespräch der Stadtverwaltung mit der Bezirksregierung Münster fand am vergangenen Dienstag (19. September) statt. Dabei wurde deutlich, dass es aus der Bezirksregierung sowohl Argumente für als auch gegen die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule gibt, die nun seitens der Stadtverwaltung noch genauer aufgearbeitet und gewürdigt werden müssen. 

Im Gespräch der Stadtverwaltung mit der Stadtschulpflegschaft am Freitag (22. September) äußerten deren Vorsitzende Sonja Heinrichs und Kai Ebbers zunächst die Sorge, dass öffentlich bislang zu wenig Informationen vorlägen, und die Befürchtung, dass eine Entscheidung übers Knie gebrochen werden könnte. Für die Stadtverwaltung betonten Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Erster Beigeordneter Bernd Kemper Verständnis für das grundsätzliche Informationsbedürfnis, machten allerdings auch deutlich, dass insbesondere angesichts des zuvor abzuwartenden Termins mit der Bezirksregierung eine noch frühere Kommunikation keinen Sinn gehabt hätte. Nach intensiver und konstruktiver Diskussion im Büro des Bürgermeisters waren sich angesichts der nach wie vor überschießenden Gerüchte zur Thematik Gesamtschule sowohl die Stadtschulpflegschaft als auch die Stadtverwaltung darin einig, folgende Punkte gemeinsam festzuhalten und öffentlich zu dokumentieren:

Es gibt weder in Verwaltung noch in Politik eine Vorfestlegung auf ein Ergebnis. Vielmehr wird die Verwaltung in den nächsten Wochen die Argumente Pro und Contra Gesamtschule zusammentragen. Hierzu wird die Verwaltung über die beiden Schulleitungen schriftliche Stellungnahmen des Gymnasiums und der Sekundarschule einholen sowie parallel auch entsprechende Stellungnahmen der Schulpflegschaften dieser beiden Schulen und der Stadtschulpflegschaft.

Alle Stellungnahmen werden dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss im Original zusammen mit einer begründeten Beschlussempfehlung der Verwaltung für die Sitzung am 14. November zur Verfügung gestellt. Alle Informationen stehen den Ausschussmitgliedern dabei bereits rund eine Woche vor der Sitzung zur Verfügung, so dass hinreichend Zeit für interne politische Beratungen in den Fraktionen bleibt.

Der Ausschuss kann somit vollständig informiert am 14. November in öffentlicher Sitzung einen Empfehlungsbeschluss für oder gegen die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule treffen. Die endgültige Entscheidung obliegt danach dem Stadtrat, der in diesem Jahr noch am 21. November und 15. Dezember tagt.  

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch brachte es abschließend wie folgt knapp auf den Punkt: "Das Vredener Gymnasium wird zu 100% bestehen bleiben." Eine Lösung, die dies in Frage stelle, sei weder für ihn noch für alle anderen Beteiligten vorstellbar. Verständnis erwarte er jedoch dafür, dass der Abwägungs- und Entscheidungsprozess in Verwaltung und Politik ordnungsgemäß ablaufen müsse.

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