Otgerus-Haus wird eingeweiht

|   Stadtlohn

Die ersten Reaktionen waren noch vorsichtig und zurückhaltend, doch inzwischen haben sich die meisten Gemeindemitglieder der Kirchengemeinde St. Otger an das Äußere des neuen Pfarrheims, dem Otgerus-Haus, gewöhnt. Am Sonntag wird es eröffnet.

„Als der Verblender noch nicht verfugt war, waren die Reaktionen schon sehr zurückhaltend. Im Laufe der Zeit wurde aber auch viel kommuniziert, so dass vielen nun der Bezug des sandsteinfarbenen Klinkers zur St. Otger-Kirche bewusst ist“, berichtet Pfarrer Jürgen Lürwer über Gespräche mit Gemeindemitgliedern über das neue Pfarrheim und pastoral-caritative Zentrum. Genau diese optische Verbindung zwischen Kirche und Pfarrzentrum wollten die Architekten mit der Wahl des Klinkers auch unterstreichen. 
Dass das neue Pfarrzentrum auch wirklich ein Zentrum ist, dafür sorgen unter anderem auch der Welt-Laden und der K-Punkt, die im Erdgeschoss im Foyer zentrale Rollen einnehmen. Neben dem Saal, den Gruppen- und Konferenzräumen im Erdgeschoss gibt es im Obergeschoss einen Meditationsraum sowie Büros. Dort werden neben Verwaltungsreferent Albert Frechen und Lena Fromme, der Verbundleitung für die sechs kirchlich getragenen Kindergärten, die beide bislang ihre Büros noch im Pfarrhaus St. Joseph haben, auch die Pastoralreferenten Anne-Marie Eising und Rudolf Kleyboldt, der bislang noch aus seinem Wohnhaus heraus arbeitet, Büros beziehen. 

Im Erdgeschoss finden sich im „hinteren“ Gebäudeteil diverse Gruppenräume. In einem speziellen Bereich für die Jugendlichen wurde an alles gedacht. Ein Raum ist an den Wänden mit Teppich versehen und mit bruchfesten Deckenlampen. „Es war ein Wunsch der Jugendlichen, dass sie einen Raum bekommen, in dem man auch mit dem Ball spielen kann. Für den Fall, dass es mal regnet und der Rasen im Innenhof oder auf der Bolzwiese nicht genutzt werden kann“, so Albert Frechen. Neben dem Ballspiel-Gruppenraum gibt es auch eine Dusche („Falls mal auswärtige Gruppen herkommen und übernachten.“ - O-Ton Albert Frechen) sowie eine Küche. Vom Innenhof, der nach den Plänen komplett gepflastert werden sollte, nun aber doch über eine großzügige Rasenfläche verfügt, hat man auch wieder den Kirchturm der St. Otger-Kirche im Blick. „Diese Sichtachse ist gewollt und findet sich an vielen Stellen des neuen Pfarrheims wieder“, erklärt Albert Frechen. Auch aus dem Fenster des Meditationsraumes hat man den Turm im Blick. 
Das ist im Keller freilich nicht der Fall. Während in den „alten“ Pfarrheimen der Keller auch immer Gruppenräume beherbergen musste, ist der Keller im Otgerus-Haus allein zum Lagern von Materialien und der Technik vorbehalten. In einem Raum läuft die komplette IT-Infrastruktur zusammen, nebenan sorgt ein im Verhältnis zur Gebäudegröße kleiner Heizungsbrenner für wohlige Wärme. „Das ganze Haus ist mit Fußbodenheizung ausgestattet, frieren soll hier niemand“, ergänzt Albert Frechen. 

Am Sonntag, 10. September, um 11 Uhr beginnt die offizielle Einweihung und der Tag der offenen Tür mit einem Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge in der St. Otger-Kirche. Im Anschluss daran sind alle Interessierten eingeladen, sich selbst ein Bild vom neuen Pfarrzentrum zu machen und die Räume zu entdecken. Die offizielle Einweihung des  Otgerus-Hauses ist auch der Auftakt zu einer Festwoche, in der es noch viel mehr Programm gibt. 

Die Idee eines zentralen Pfarrheims mit vielen Funktionen gab es quasi schon seit der Fusion der beiden katholischen Kirchengemeinden in Stadtlohn im Jahr 2006. Ab diesem Zeitpunkt wurde, zunächst lose, später dann aber immer konkreter, geplant und überlegt. Am Eröffnungstag jährt sich die Fusion zum elften Mal. So ein Zufall, mag man nun denken. Doch weit gefehlt. „Im Bauzeitenplan stand schon von Anfang an fest, dass das Haus am 10. September 2017 eröffnet werden soll“, so Albert Frechen, Verwaltungsreferent der Kirchengemeinde und in dieser Funktion besonders stark in den Neubau involviert. „Und es hat kaum Zweifel gegeben, dass das auch so klappt. Zwar gab es hin und wieder Verzögerungen, aber wir hatten ausreichend Puffer eingeplant. Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätten wir den Umzug aus den Ausweichquartieren schon vor den Sommerferien über die Bühne bringen können und uns vor der offiziellen Eröffnung schon ein wenig einleben können. Das klappt nun nicht, vieles wird, wie bei solchen Projekten nicht unüblich, auf den letzten Drücker fertig“, schmunzelt Frechen.

Im März 2015 hatte eine Jury die Gewinner der Architekten-Wettbewerbs gekürt. Die e4Architekten aus Münster bekamen den Planungsauftrag, was sich auch im Nachhinein als Glücksgriff erwies. Denn einige der Architekten, die in Münster arbeiten, haben ihre Wurzeln in Stadtlohn. So war es auch möglich, das täglich ein Architekt auf der Baustelle vorbeischaute und für Fragen der Handwerker zur Verfügung stand. „Das hat sehr geholfen, dass Entscheidungen quasi zwischen Tür und Angel getroffen werden konnten und nicht erst ein Termin vereinbart werden musste“, blickt Albert Frechen zufrieden zurück. Einmal wöchentlich gab es größere Baubesprechungen, und in etwas größeren Abständen dann auch Treffen, zu denen zusätzlich  Vertreter des Bistums eingeladen waren. 

Das neue Otgerus-Haus ist als Haus der Begegnung konzipiert. Neben einem großen Saal gibt es diverse Konferenz- und Gruppenräume, die von allen Gruppen und Verbänden der Kirchengemeinde genutzt werden können. Dazu gibt es eigens ein Buchungssystem, in dem man einen Raum für einen bestimmten Termin anfragen kann. Die beiden Leiter des Hauses, Birgit Pierk und Andreas Hilbert, müssen diese Anfragen dann nur noch bestätigen und schon ist der Raum gebucht. Bei den hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde wie zum Beispiel den Pastoralreferenten entfällt die Freigabe. „Wir legen hier das ehemalige St. Otger-Pfarrzentrum mit der angeschlossenen Seniorentagesstätte und das Pfarrheim St. Joseph zusammen. Das bedeutet auch, dass man sich häufiger sieht, weil jetzt alles unter einem Dach stattfindet“, freut sich Pfarrer Jürgen Lürwer als Hausherr auf eine lebendige Begegnungsstätte. 
Nicht nur der Bauzeitenplan, sondern auch das kalkulierte Budget wurde eingehalten. Von den rund 3,3 Millionen Euro Gesamtbaukosten trägt zwei Drittel das Bistum und ein Drittel die Gemeinde. Diese Summe wurde zum Beispiel durch den Verkauf einiger Liegenschaften am Standort St. Joseph zumindest in Teilen refinanziert.
 

Programm der Festwoche:

• Sonntag, 10. September: 
11 Uhr Familiengottesdienst in der St.-Otger-Kirche mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge;
12.30 Uhr Schlüsselübergabe und Einweihung des Otgerus-Hauses;
bis 18 Uhr Tag der Offenen Tür: Besichtigung, Begegnung, Gespräche, Musik, Würstchen vom Grill, Kaffee und Kuchen. 

Am Tag der Einweihung feiert das Familienzentrum St. Otger sein 60-jähriges Bestehen und wird besonders für die kleinen Gäste ein buntes Programm anbieten. Auch die katholische Öffentliche Bücherei St. Otger wird sich beteiligen.

• Montag, 11. September: 
Communitas Stadtlohniensis
Treffen aller Priester, Ordensleute und Pastoralreferenten, die aus Stadtlohn stammen bzw. dort gearbeitet haben;
10 Uhr Messfeier in St. Otger, anschl. Besichtigung des Otgerus-Hauses, Austausch, Mittagessen, liturgischer Abschluss, Stadtrundfahrt mit dem Bürgermeister.

Der Faire Handel im Gespräch
19 Uhr Der Weltladen stellt sich vor, Kostproben, Besichtigung;
19.30 Uhr Film: „The true costs“ – Der wahre Preis, anschließend Gespräch mit einer Expertin über den fairen Handel mit Textilien. 

• Dienstag, 12. September:
Seniorennachmittag
14.30 bis 17.30 Uhr Seniorengemeinschaften St. Otger, St. Joseph und St. Carl Borromäus, Messfeier, Kaffee und Kuchen, Besichtigung, Kabarett, Geburtstagsfeier aller 80-jährigen Gemeindemitglieder (Jahrgang 1937), die Kosten trägt die Pfarrgemeinde. Anmeldungen bis zum 8. September im K-Punkt.

• Mittwoch, 13. September:
Die Arbeit der Caritas in St Otger
8.30 Uhr Messfeier in St. Otger mit Pfr. Bernhard Lübbering, ehem. Leiter des „Gasthauses“, einem karitativen Zentrum in Recklinghausen;
9.30 Uhr Vortrag zum Thema Armut in Stadtlohn, ein Blick in die Geschichte der Stadt, Eröffnung einer Ausstellung, in der verschiedene Gruppen der Pfarrcaritas sowie karitative Einrichtungen sich vor stellen.

• Donnerstag, 14. September:
Kindernachmittag
15.30 Uhr Zauberer, Kinderkino, Popcorn, Bastelangebot. Ein bunter Nachmittag für Kinder im Grundschulalter, Eintritt frei.

Glaubensgrund – Impulse zur christlichen Spiritualität
19.30 Uhr Auftaktveranstaltung zu einer mehrteiligen Reihe mit Pastoralreferentin Anne-Marie Eising, Impulsvortrag, Aussprache und abschließendes Gebet im Meditationsraum.

• Freitag, 15. September
Treffen aller Leiter der Jugendgruppen und Ferienlager
19.30 Uhr Treffen in den Jugendräumen und im Innenhof.

• Samstag, 16. September
Begegnungsabend und Konzert
19.30 Uhr Besichtigung, Begegnung, Musik mit Jazzgebeat;
20.30 Uhr Konzert der plattdeutschen Gruppe „Strauhspiers“ aus Rheine.

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