„Ohne Unterstützung geht es nicht“

|   Kreis Borken

Wenn der 21-jährige Marian aus Legden morgens seine Arbeit aufnimmt, hat er klare und wiederkehrende Aufgaben. Er saugt die Gänge im Verkaufsbereich der Firma expert Ahaus GmbH, kümmert sich um die Warenannahme, sortiert Lieferscheine und hilft in der Verwaltung. Marian hat Freude an seiner Arbeit, denn die festen Aufgaben helfen ihm, sich wohl zu fühlen.

Der junge Mann hat eine Behinderung und benötigt deswegen diese klar strukturierten und wiederkehrenden Abläufe. „Am Anfang mussten wir genau überlegen und ausprobieren, welche Arbeiten er hier übernehmen kann“, berichtet sein Chef, Martin Buning, Inhaber und Geschäftsführer der expert Ahaus GmbH. Möglich wurde dies im Rahmen einer Maßnahme der Agentur für Arbeit. Diese „Unterstützte Beschäftigung“ genannte Förderung, ermöglicht es, verschiedene Tätigkeitsfelder auszuprobieren und auch diverse Betriebe kennen zu lernen.

„Wir bieten damit ein Umfeld, in dem sich Jugendliche mit Handicap und der Arbeitgeber kennen lernen können und man gemeinsam Einsatzmöglichkeiten testen kann“, berichtet Bernd Krug, Arbeitsvermittler für Rehabilitanden und Schwerbehinderte bei der Agentur für Arbeit Coesfeld, und fügt hinzu: „Neben der praktischen Arbeit im Unternehmen gibt es auch Unterstützung durch Experten, die bei Problemen im Berufsalltag oder privaten Umfeld helfen.“ Für Buning ist wichtig: „Ohne diese Unterstützung geht es auch nicht. Wir haben schon in der Vergangenheit mehreren Menschen mit Handicap eine Chance geboten. Daher wissen wir, dass es immer auch mal zu Schwierigkeiten kommen kann. Gut, wenn man dann Hilfe in Anspruch nehmen kann.“

Für Marian gab es im Anschluss an die Unterstützte Beschäftigung eine Übernahme in einen befristeten Arbeitsvertrag über 2 Jahre, obwohl Buning ihn Anfangs als sehr schüchtern und zurückhaltend erlebte: „Das hat sich im Laufe der Zeit aber deutlich gebessert. Er ist enorm selbständig geworden. Daher haben wir uns am Ende seines Praktikums für eine Übernahme entschieden.“ „Ich wollte natürlich gerne bleiben, denn mir gefiel die Arbeit sehr“, freut sich der junge Legdener über diese Chance.

Bernd Krug erinnert sich an das damalige Gespräch mit der Geschäftsführung der Firma expert Ahaus: „Wir haben sehr offen miteinander gesprochen und auch die Fördermöglichkeiten dargestellt. So konnten wir gemeinsam für Marian eine Perspektive entwickeln.“ Martin Buning  berichtet: „Wir haben letztlich nicht lange überlegt. Wir hatten eine Einsatzmöglichkeit für Marian im Rahmen der unterstützten Beschäftigung gefunden und konnten ihm also wirklich eine Aufgabe anbieten.“ Er macht aber zugleich deutlich, dass die Einstellung auch erfolgt ist, weil die Unterstützung der Akteure so reibungslos lief: „Egal ob Benediktushof, Jobwärts, Arbeitsagentur oder Integrationsfachdienst: Alle haben sich untereinander abgestimmt und sich sehr bemüht. Das hat es uns natürlich leichter gemacht, diesen Weg mit Marian zu gehen.“

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