Neben dem Job zum Ausbildungsabschluss

|   Kreis Borken

Eine abgeschlossene Ausbildung war für Jasmin Gossenauer und Diane Meier etwas, das sie sich lange gewünscht haben. Seit längerem arbeiten beide beim MAGGI Werk in Lüdinghausen als Produktionsmitarbeiterinnen in verschiedenen Bereichen. Dort erhielten sie nun mit Unterstützung der Agentur für Arbeit die Chance sich diesen Traum zu erfüllen.

„Einfach ist das nicht“, macht die 49-jährige Diane Meier aus Selm deutlich und fügt hinzu: „Wir waren das Lernen ja gar nicht mehr gewohnt und mussten uns erstmal wieder darauf einstellen. Dazu kommt, dass wir im Blockunterricht sehr vieles in kurzer Zeit vermittelt bekommen.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin bereitet sie sich seit Oktober dieses Jahres in einem Kurs auf die Externen-Prüfung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik vor. „Die Kollegen haben uns schon gefragt, warum wir das machen“, berichtet Jasmin Gossenauer. Die 30-jährige Lüdinghausenerin antwortet dann: „Wir möchten unbedingt eine Ausbildung abschließen. Außerdem verbessern sich damit unsere Karrieremöglichkeiten.“

Gefördert werden sie über das Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) durch die Agentur für Arbeit. „Eigentlich ist das eine Förderung für Arbeitgeber“, stellt Jens Elfers, Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Coesfeld, richtig: „In Zeiten des Fachkräftemangels wird es für viele Unternehmen schwieriger, gut qualifizierte Fachkräfte zu finden. Mit dem Förderprogramm haben wir die Möglichkeit, Arbeitgeber dabei zu unterstützen, Mitarbeiter zu qualifizieren, die beispielsweise als Angelernte bereits im Unternehmen arbeiten.“ Im Fall von Jasmin Gossenauer und Diane Meier bedeutet das: Die Arbeitsagentur übernimmt die Lehrgangskosten, die Prüfungsgebühren und zahlt, da beide auch während der Blockschulzeiten weiter Gehalt von der Firma MAGGI bekommen, einen Lohnzuschuss an das Unternehmen. „Beide fehlen natürlich zu den Schulzeiten im Betrieb, das möchten wir ausgleichen“, erklärt Elfers.

Claudia Harling, Personalverantwortliche bei MAGGI in Lüdinghausen, unterstützte beide von Beginn an: „Für uns sind Ausbildung und Qualifizierung wichtige Aufgaben. Die beiden dabei zu fördern, einen Berufsabschluss zu erwerben, ist daher für uns keine Frage gewesen. Ihre Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen steigen dann natürlich ebenfalls deutlich. Das ist auch für uns ein Gewinn.“ Nicht nur die angehenden Fachkräfte, auch der Betrieb muss sich auf die neue Situation einstellen“, wie die Ausbilderin Barbara Müller erklärt: „Wie bei Umschülern und Auszubildenden mussten wir auch für Diane und Jasmin einen Ausbildungsplan erstellen. Sie müssen nämlich, neben dem Lernen in der Schule, auch im Betrieb viele Bereiche kennenlernen.“

Vor der Ausbildung von Jasmin Gossenauer und Diane Meier kannte man bei MAGGI das Förderprogramm der Bundesagentur für Arbeit nicht: „Daher waren wir über die gute Unterstützung seitens der Arbeitsagentur dankbar“, berichtet Claudia Harling. Arbeitsmarktexperte Jens Elfers wünscht sich, dass mehr Arbeitgeber das Programm in Anspruch nehmen: „Es ist ein sehr gutes Instrument zur Fachkräftesicherung“. Auch Jasmin Gossenauer und Diane Meier freuen sich über diese Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln. „Wir sind nicht allein und können uns somit gegenseitig motivieren und beim Lernen unterstützen“, sagt Jasmin Gossenauer. Damit sind sie sich sicher, die Prüfung auch erfolgreich bestehen zu können.

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