Mit dem Tuk-Tuk zum Patienten

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Während Kambodscha heute beliebtes Urlaubsziel für Abenteuer- und Asienbegeisterte ist, war in den späten 1970er Jahren an eine Reise dorthin aufgrund der maoistisch-nationalistischen Guerillabewegung kaum zu denken. Jahre später sind die Folgen des Terrorregimes der Roten Khmer noch immer zu spüren. Fachärztliche Versorgung wird nach wie vor dringend benötigt. „Derzeit gibt es in Kambodscha weniger als 50 Augenärzte und das bei einer Bevölkerungsanzahl von ca. 16 Millionen Menschen“, berichtet der Unternehmensleiter Dr. med. Florian Kretz (FEBO), der Ende Oktober zusammen mit zwei Mitarbeitern des Praxis- und Klinikverbunds Augenärzte Gerl, Kretz & Kollegen in das mehr als 9000 Kilometer entfernte Kambodscha reiste, um dort die Arbeit der Khmer Sight Foundation zu unterstützen. Begleitet wurde er von Social Media Strategist Nicole Kretz sowie Verwaltungsleiter Marcus Fedder, die zuvor auch schon gemeinsame Hilfseinsätze der Augenärzte für die Welt in Uganda absolviert haben.

In Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas traf das Team auf andere internationale ophthalmologische Experten, deren Einsätze alle von Nicole Kretz in enger Zusammenarbeit mit dem Direktor der Khmer Sight Foundation, Prof. Dr. Sunil Shah organisiert wurden. Innerhalb von nur 14 Tagen gelang es dem Hilfeteam eine neue Klinik in Betrieb zu nehmen. In Screening-Untersuchungen bis hin an die vietnamesische Grenze wurden ca. 1200 Patienten untersucht. Darunter auch zahlreiche an aidserkrankte Kinder, die in einem Kinderheim in Phnom Penh leben. Um auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam zu machen, haben die Augenärzte für die Welt nun ein Kunstprojekt ins Leben gerufen. „Wir möchten mit diesem Projekt gezielt auf die Gesamtproblematik der regionalen Gesundheitssysteme aufmerksam machen und möchten, dass diese Kinder gesehen werden“ so Nicole Kretz, die von jedem Kind ein Portraitfoto und einen Handabdruck anfertigte. Mit der Unterstützung des Klosters Bentlage werden diese Bilder und Fotos nun im Rahmen eines größeren Kunstprojektes eingesetzt um so ein Zeichen für die Zukunft und Langlebigkeit des Projektes zu schaffen.

Neben den Screening-Untersuchungen wurden auch 120 Patienten operativ versorgt. Darüber hinaus organisierte das Hilfeteam Vorlesungen und Praktika für kambodschanische Assistenzärzte und junge Fachärzte, mit dem Ziel den Ausbau bzw. Aufbau der Augenheilkunde in Kambodscha voranzubringen. „Es ist wichtig den lokalen Nachwuchs zu fördern, denn nur so lässt sich nachhaltig etwas gegen die mangelhafte augenärztliche Versorgung tun“, so dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl. Diesen Ansatz verfolgen die beiden Unternehmensinhaber dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl und Dr. med. Florian Kretz (FEBO) bei all ihren Projekten der Augenärzte für die Welt gGmbH.

Das Engagement blieb auch vor Ort nicht unbemerkt. So wurden alle Mitglieder des Teams im Rahmen einer Abendveranstaltung vom kambodschanischen HRH Prince Tesso Sisowath, dem kambodschanischen Staatssekretär und Gründer der Khmer Sight Foundation H. E. Sean Ngu sowie dem Ärztlichen Direktor der Khmer Sight Foundation Prof. Dr. Sunil Shah aus Birmingham für ihre Arbeit ausgezeichnet. „Es ist schön zu sehen, dass wir mit der Arbeit unserer gemeinnützigen Organisation wirklich etwas bewegen“ so dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl, der jüngst die Leitung der Augenärzte für die Welt zusammen mit Dr. med. Florian Kretz (FEBO) übernommen hat.  „Der Grundstein für die Etablierung eines Exzellent-Zentrums für Augenheilkunde in Kambodscha ist gelegt und wird nun sukzessiv ausgebaut“ erklärt Kretz, der nach seinem Einsatz in Kambodscha in den medizinischen Verwaltungsrat der Khmer Sight Foundation berufen wurde. Die nächsten Einsätze der Augenärzte für Welt gGmbH für 2018 sind bereits in Planung und haben sich als festen Bestandteil der Unternehmensgruppe Augenärzte Gerl, Kretz & Kollegen etabliert.

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