Helfen ja, aber wie?

|   Kreis Borken

Der R.C. Gronau- Euregio mit seinem kooperierenden Projektpartner, die Clemensactie e.V.,  plante, richtete, richtete ein, sorgte für die Inbetriebnahme durch Schulungen für das gesamte Personal der Geburtsklinik und sorgte für deren Übergabe an den zukünftigen Betreiber in Bas Congo, Dem. Rep. of Congo. Stellvertretend dafür beschreibt der Projektmanager des Rotary Clubs Gronau-Euregio , Zahnarzt Martin ten Winkel, das jüngste internationale Projekt des Clubs mit einem Gesamtvolumen von 250.000 USD.

Hilfen für die Kleinsten nachhaltig zu organisieren ist in einem Land wie der Dem. Rep. Congo in Zentralafrika, in dem Sklavenarbeit im Bergbau noch an der Tagesordnung ist,  die Korruption offensichtlich und die Inflation erschreckend hoch ist, ein sicher kein einfaches unterfangen. Dazu braucht es neben Mut auch einen Kooperationspartner, der selbst bereit ist, nicht nur mit Know How sondern auch mit eigenen Mitteln sich an einem solchen Projekt zu beteiligen. Die Redemptoristen in Form ihrer Clemensactie Stiftung mit ihrem Hauptsitz in Brüssel waren ein verlässlicher und vor Ort gut verankerter Partner für. Wir als Rotary International hingegen sind relativ unbekannt. Was machen wir, wie organisieren wir solche Projekte, was unterscheidet uns von anderen NGO´s?

Die Geburtsklinik in Mbanza-Ngungu, 160 km unterhalb der Hauptstadt Kinshasa gelegen, ist ein privat organisiertes Leuchtturmprojekt. „Seitens des Staates kommt da schon seit Jahren nichts mehr!“

Eine kleine Delegation mit Vertretern der Redemptoristen und Rotary International haben im Januar 2016 erstmalig diesen Ort besucht und nicht nur Kliniken besucht, die vom Orden betreut werden, sondern auch die öffentlichen. Der Leiter einer örtlichen Klinik ohne Fachabteilungen für Gynäkologie und Pädiatrie beschrieb in Französisch die Situation wie folgt:

„Im Congo sterben jede Stunde 2 Frauen an ihrer Schwangerschaft oder deren Komplikation, zusätzlich stirbt eines von 6 Kindern vor dem 5 Lebensjahr. Und dies sind keine eigenen Zahlen, sondern die der UN“.

Überdies wird der Congo auf einer „Ban List“ von Rotary International geführt, bedeutet höchste Korruptionswarnung und besondere Auflagen bei den Geldtransfers. Keine einfachen Vorrausetzungen für die geplante, neue Klinik. Noch vor Ort haben wir die Größenordnung der Hilfe, nämlich ca. 20 Betten und auch den finanziellen Rahmen für beide Seiten festgelegt. Jede Seite soll, wenn möglich, 125.000 USD beitragen. Eine solche Aufgabe ist nur zu stemmen, wenn Sie Kräfte bündeln. Insgesamt haben sich  7 rotarische Clubs und  3 rotarischen Distrikte  an dem Projekt finanziell beteiligt.  Weiterhin  die rotarische Stiftung in Evanston, um die Barmittel zu vervielfachen. So gelang es letztendlich, diese enormen Mittel aufzubringen.

Der Grundriss wurde noch vor Ort gezeichnet, bauliche Besonderheiten (Absaugmöglichkeiten und  Sauerstoffkonnektoren)  nach entsprechender fachlicher Beratung durch das Marienhospital in Ahaus berücksichtigt. Die Einrichtungsliste wurde von dem einzigen Gynäkologen in Bas Congo, Dr. Tite, persönlich erstellt.  Er und sein Team mit Hebammen, Schwestern und etlichen Helfern sorgen heute für den Betrieb dieser Fachklinik. Die Übergabe hat im Oktober 2017 in Anwesenheit des Gesundheitsministers der Provinz, Florian Masaki,  und des deutschen Botschafters in Kinshasa, Thomas Wülfing,  stattgefunden. „Der Erfolg hat eben viele Väter. Das wir, die Rotarier gemeinsam mit den Mitarbeitern der  Clemensactie e.V. ,  das Projekt unter diesen Umständen auch noch erfolgreich umsetzen konnten, ist schon beachtlich“, so der im Projektmanagement erfahrene Rotarier Martin ten Winkel aus Ahaus.

Probleme gab es genug, zum Beispiel dass ein Container acht Wochen lang einfach nicht freigegeben wurde. Erst fehlten  notwendige Autorisierungen, später brach des EDV-System gleich mehrfach zusammen. Den hartnäckigen Bemühungen eines jungen kongolesischen Paters Fere Leon  ist es letztlich zu verdanken, dass heute alles an seinem Bestimmungsort ist.

Auch die Einhaltung des Finanzplanes war schwierig. Wegen stark gestiegener Preise  und einer Abwertung des Euro gegenüber der Projektwährung USD gab es ein vorübergehendes Defizit beim Kauf der Waren/medizinischer Geräte. Unser im Budget eingeplanter Notfalltopf hat uns hier sehr geholfen. Planmäßig werden dort auch für die Evaluation des Projektes  und dessen Verwaltung bei der Projektumsetzung  je 10% der Projektkosten zurückgelegt. Werden die  zugeordneten Mittel nicht abgerufen, so stehen sie für andere, unvorhergesehene Projektkosten zur Verfügung.  Finanzielle Unterstützung kann man sich übrigens auch von der deutschen Botschaft vor Ort holen, so der Botschafter Thomas Wülfing.  „Man müsse nur das Projekt frühzeitig anmelden“ , so die Mitarbeiterin für wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Botschaft, Frau Roth. " Für mich ein Lernerfolg des Projektes."

"Mit 12 internationalen Projekten in zehn Jahren haben wir mit ihren Spenden viel erreichen können. Die Arbeit ist enorm, der Benefit für die Bedürftigen, in diesem Projekt für Mutter und Kind, um ein vielfaches Größer. Sie können solche Projekte mit einer/Ihrer Spende unterstützen. Die Kontoverbindung lautet 13888, Sparkasse Westmünsterland, Kontoinhaber: Förderverein des R.C. Gronau-Euregio. Wir gehen vertrauensvoll mit ihrer Spende um, das ist sicher“, so der Projektmanager des Clubs.

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Thomas Wülfing, Botschafter in Kinshasa.
Inkubatoren für Neugeborene.
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