Grenzüberschreitender Austausch

|   Kreis Borken

Der Kreis Borken und die Niederlande haben eine 108 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Dass diese die Länder nicht teilt, sondern verbindet, fand einmal mehr seinen Ausdruck in der jährlichen deutsch-niederländischen Bürgermeisterkonferenz. Auf Einladung des Kreises Borken trafen sich dazu jetzt Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Kreisgebiet und der angrenzenden niederländischen Region Achterhoek sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen im Wirtschaftszentrum in Gronau (WZG). Zum ersten Mal waren außerdem die Bürgermeister von vier grenznahen Städten der Region Twente eingeladen, da auch diese eng mit Kommunen des Kreises Borken zusammenarbeiten. Der Themenschwerpunkt dieses Treffens war die öffentliche Sicherheit und Ordnung in beiden Ländern.

Landrat Dr. Kai Zwicker begrüßte die Gäste und ging dabei auf die Feuerwerkskatastrophe in Enschede im Jahr 2000 ein, bei der auch die Gronauer Feuerwehr zum Einsatz kam: "Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist sehr wichtig. Jedoch standen die deutschen Feuerwehrleute vor besonderen Herausforderungen, da beispielsweise die Anschlüsse der niederländischen Hydranten nicht mit ihren Schläuchen zusammenpassten." Sonja Jürgens, Bürgermeisterin der Stadt Gronau, hieß die internationalen Gäste in ihrer Heimatstadt willkommen und freute sich auf den Austausch untereinander. Es folgten mehrere Fachvorträge, die sich mit Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr beschäftigten.

Unter anderem gingen Rainer van Eckendonk, Leiter der Polizeiwache Gronau, Mona Mester, Analystin am Regionalen Informations- und Expertenzentrum Oost-Nederland, und Paul Wesseloo, Sicherheitsberater der Stadt Enschede, auf den Informationsaustausch zwischen den deutschen und niederländischen Sicherheitsbehörden ein. Beispielsweise werden Daten von Einbrüchen gesammelt und ausgewertet, um die Kriminalität in den einzelnen Stadtteilen wissenschaftlich in den Blick zu nehmen. Mit Hilfe eines gemeinsamen Computerprogramms werden die Gebiete in der Region Enschede/Gronau dann sichtbar gemacht, die besonders durch Kriminalität gefährdet sind.

Dr. Hermann Paßlick, Ordnungsdezernent des Kreises Borken, stellte gemeinsam mit Thomas Deckers, Leiter der Bocholter Feuerwehr, das INTERREG-Projekt "PREpare" vor. Dort haben die deutschen und niederländischen Partner – der Kreis Borken und die Region Achterhoek – Regeln für den grenzüberschreitenden Einsatz neu definiert, Aus- und Fortbildungen für Einsatzkräfte angeboten und die Kommunikationstechnik den täglichen Anforderungen angepasst. Außerdem stellte Dr. Paßlick die neue Buslinie Aalten-Bocholt vor, die ab Samstag, 2. Dezember, zunächst probeweise für fünf Monate in Betrieb genommen wird.

Im Anschluss daran führte Ulrich Helmich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Gronau, die Gäste durch das – in einem 125 Jahre alten Industriegebäude untergebrachte – WZG-Forum, das Räume an junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Schulungs- und Tagungsräume vermietet. Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich im informellen Teil bei einem "hapje en drankje" untereinander auszutauschen.

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