Fit für die Zukunft

|   Kreis Borken

Digitalisierung: Was bedeutet das? Wo fängt sie an und was muss ein Unternehmer machen, um den Anschluss nicht zu verlieren? Diese und viele andere Fragen diskutierten rund 50 Unternehmer, Arbeitgeber und Vertreter von Verbänden im Rahmen des „Faktor A – Business Talk“ in der Alten Molkerei in Velen auf Einladung der Agentur für Arbeit Coesfeld.

„Die Digitalisierung ist das große Thema. Für uns ist dabei besonders die Frage wichtig, wie Mitarbeiter qualifiziert werden können, um fit für die sich verändernde Arbeitswelt zu bleiben“, stellt Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld und Gastgeber, die Kernfrage des Abends, der mit Unterstützung der Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Coesfeld und Borken vorbereitet wurde.

Professor Ralf Ziegenbein, Vorstand des Instituts für Prozessmanagement und digitale Transformation an der Fachhochschule Münster, machte in seinem Impulsvortrag deutlich, dass es für die Umsetzung der Digitalisierung keine Lösung geben wird, an der sich alle Unternehmen orientieren können: „Jeder muss seine eigene Strategie und individuellen Optionen finden, zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse.“ Denn welche IT-Lösung die richtige ist, oder welche Prozesse im Unternehmen durch Digitalisierung verbessert werden können, lässt sich laut Ziegenbein eben nicht so ohne weiteres übertragen.

Ähnlich sieht es der Experte in Bezug auf die Qualifizierung der Mitarbeiter: „Hier werden wir uns von standardisierten Schulungsveranstaltungen zu großen Teilen verabschieden müssen. Jeder hat ein individuelles Ausgangswissen und benötigt unterschiedlich tiefgehende Informationen.“ Einen guten Weg sieht Ziegenbein daher in Erklärfilmen, die kurz und informativ das wesentliche vermitteln. Ergänzt werden sollte dies durch das Erlernen der neuen Aufgaben am Arbeitsplatz selbst, denn dabei „ist der Lerneffekt am größten“, wie er verdeutlicht.

Rolf Hoffboll, Personalverantwortlicher der Sparkasse Westmünsterland sieht in einigen Bereichen sogar die Möglichkeit, auf Qualifizierung zu verzichten, wie er im Rahmen der Podiumsdiskussion erklärt: „Unsere Mitarbeiter werden nicht geschult wenn wir neue Apps herausbringen, denn die Kunden erhalten dazu ja auch keine Schulungen. Die Anforderung an die Software ist also die, dass sie ohne große Kenntnisse sofort genutzt werden kann. Nur dann wird sie auch vom Kunden verwendet.“

Für betriebsinterne Software sieht Dominik Eckervogt, Mitglied der Geschäftsführung der Firma oderbase consulting aus Münster, das etwas anders: „Da sind die Anforderungen schon höher. Softwarelösungen in Betrieben sind eine Art Werkzeugkasten. Das bedeutet, ich muss dem Personal erklären, wie sie diese Werkzeuge nutzen können und sollen.“ Daher sieht er individuelle Produktschulungen „vor allem am Arbeitsplatz“ als wichtiges Instrument, um die Mitarbeiter mit den neuen Werkzeugen vertraut zu machen.

Welche Prozesse sich in den einzelnen Unternehmen digitalisieren lassen, und ob das sinnvoll ist, lässt sich im digital Hub MünsterLAND herausfinden, wie Vorstand Thomas Malessa, berichtet: „Die Wege der Digitalisierung können sehr vielfältig sein. Wir bieten den Firmen Raum, die Möglichkeiten zu finden und nach Lösungen zu suchen.“ Die dortigen Angebote richten sich an Unternehmen vom Start-up bis zum Großbetrieb. „Gegenseitig als Wissenstreiber agieren und voneinander lernen ist dabei unsere Devise“, so Malessa.

Neben Vortrag und Podiumsdiskussion stand vor allem der Austausch der Unternehmer untereinander und im Gespräch mit den geladenen Experten im Vordergrund. „Digitalisierung betrifft uns alle. Einige stecken mitten drin, andere starten grade erst. Ich bin mir sicher, wir konnten mit unserer Veranstaltungen allen Teilnehmern neue und interessante Impulse geben“, zieht Meiners ein positives Fazit.

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