Erste Schritte Richtung Arbeitsmarkt

|   Kreis Borken

Bei der täglichen Arbeit benötigen Melanie Nadke und Simone Holste von der GEBA mbH in Gronau besonders viel Fingerspitzengefühl. Sie bereiten in einer von der Agentur für Arbeit Coesfeld und dem Jobcenter der Stadt Gronau initiierten Maßnahme geflüchtete Frauen darauf vor, in Deutschland eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen. Neben der Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen, steht damit oft auch die Bewältigung traumatischer Erlebnisse im Mittelpunkt.

Ausschließlich weibliche Dozenten unterrichten die Teilnehmerinnen. „Das ist auch wichtig“, berichtet Melanie Nadke und fügt hinzu: „Die meisten Teilnehmerinnen kommen aus Ländern, in denen die Rolle der Frau gegenüber dem Mann eine andere ist als in Deutschland. Damit sie sich problemlos auf unsere Angebote einlassen können, haben wir daher auf männliche Dozenten verzichtet.“

Die Vielzahl der Herkunftsländer stellt gerade zu Beginn eine besondere Herausforderung dar: „Wir sind mit 14 Teilnehmerinnen gestartet, die fast alle unterschiedliche Sprachen sprechen“, berichtet Holste. Darin sieht sie aber gleichzeitig auch eine Chance: „Sehr schnell fangen sie an untereinander Deutsch zu sprechen, denn das ist die Sprache, die alle gemeinsam haben.“

Neben den Sprachkenntnissen erhalten die geflüchteten Frauen einen Überblick über die beruflichen Möglichkeiten am deutschen Arbeitsmarkt. Auch dass sie als Frau alle beruflichen Chancen haben, wird ihnen erklärt. „In vielen Herkunftsländern ist es gesellschaftlich eben nicht so wie bei uns. In einigen Ländern dürfen Frauen nicht arbeiten, manchmal sogar nicht mal lesen und schreiben lernen“, erklärt Nadke. Daher wird auch das Bild der Frau in der deutschen Gesellschaft thematisiert.

Die GEBA führt die Maßnahme gemeinsam mit der CHANCE Gronau durch, in deren Werkstätten die Teilnehmerinnen kleinere Schneiderarbeiten ausprobieren konnten. Aber auch Betriebsbesichtigungen standen auf dem Plan: „Die beruflichen Möglichkeiten sind sehr groß, daher möchten wir den Frauen die Chance geben sich umfassend zu informieren“, sagt Holste.

Anja Weßling, Projektleitern Integration Point bei der Agentur für Arbeit Coesfeld, ist mit dem Erfolg der Maßnahme sehr zufrieden: „Wir möchten mit diesem Angebot einen Grundstein auf dem Weg in Richtung beruflicher Tätigkeit legen. Bislang zeigt sich, dass die Teilnehmerinnen die Angebote außerordentlich motiviert und engagiert angehen.“ Auch für die Dozentinnen ist die Maßnahme ein Erfolg: „Am Anfang war es für uns selbst auch Neuland, immerhin gab es solche Angebote bislang nicht. Die schnellen Fortschritte und positiven Entwicklungen bei den Teilnehmerinnen zeigen uns aber, das wir erfolgreich sind.“

Die nächsten Schritte in Richtung Arbeitsmarkt stehen für die meisten Frauen bereits fest. Während eine Teilnehmerin inzwischen einen Arbeitsplatz hat, beginnt eine andere eine Ausbildung. Für den Rest stehen Praktika oder der Wechsel in einen Sprachkurs an. Die Basis für eine berufliche Karriere ist für sie damit gelegt.

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