40 Jahre Widerstand in Ahaus

|   Ahaus

40 Jahre Widerstand in Ahaus. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Am Sonntag, 8. Oktober, ab 11 Uhr, feiert die Bürgerinitiative dieses Jubiläum in der Stadthalle in Ahaus. 

Neben einer Begrüßung durch den Vorsitzenden und einem Sektempfang gibt es auch Grußworte von Bürgermeisterin Karola Voß. Außerdem gibt es verschiedene Vorträge, unter anderem „Erinnerungen aus 40 Jahren Widerstand: Hat sich`s gelohnt?“ von Hartmut Liebermann. Eine Ausstellung mit Bildern aus 40 Jahren Widerstand, Kabarett und Musik ergänzen die Veranstaltung, zu der die gesamte Bevölkerung eingeladen ist. 

Die Wochenpost sprach mit Felix Ruwe vom Vorstand der Bürgerinitiative über das Jubiläum und die aktuelle Situation: 
 
Frage: Wie ist die Bürgerinitiative 40 Jahre nach ihrer Gründung aufgestellt?

Ruwe: Wir sind sehr gut aufgestellt! Wir arbeiten bundesweit, zum Teil auch international, in der Anti-Atom-Bewegung. Wir sind bestens informiert, gut vernetzt und scheuen keine technische bzw. politische Auseinandersetzung, wenn es um die Risiken der Atomenergienutzung geht.

Frage: Haben sich die Ziele der Bürgerinitiative in den vergangenen Jahren – vor allem nach dem verkündeten Ausstieg aus der Atomenergie - verschoben?

Ruwe: Gründungsziel waren der Ausstieg aus der Atomenergie und die Verhinderung des Atommülllagers in Ahaus. Dem ersten Ziel sind wir sehr nahe gekommen, hinsichtlich des Lagers in Ahaus konnten wir nur zeitliche Verzögerungen und Konzeptänderungen erreichen. Außerdem ist es bei einer Lagerhalle geblieben (statt der drei geplanten). Heute haben wir ein für 40 Jahre zugelassenes Lager und wir setzen alles daran, dass ab 2036 Ahaus atommüllfrei ist. Weitere Atommülltransporte nach Ahaus versuchen wir möglichst zu verhindern.

Frage:  Engagieren sich heute noch junge Leute in der BI oder ist der Protest gegen ein Zwischenlager in Ahaus für sie kein Thema mehr?

Ruwe: Das ist eine Baustelle, die wir neben der anderen Arbeit bisher nur unzureichend bedient haben. Es fällt uns auch schwer, unsere Informationen auf „Twitterformat“ zusammenzufassen. Aber vor jedem Sonntagsspaziergang trifft sich die BI zu einem Stammtisch, zu dem jeder herzlich eingeladen ist. Termine werden in der Presse bekannt gegeben. Wer allerdings einmal infiziert ist, der findet schnell gute Gründe für die Arbeit der BI.

Frage: Ein Blick in die Glaskugel: Hat sich die Arbeit der BI in zehn Jahren erledigt, da man dann eine endgültige Lösung für ein Endlager gefunden hat? 

Ruwe: Auch wenn der Atomausstieg bis 2022 politisch beschlossen ist, bleibt das „dicke Ende“ mit den dreckigen, hochgefährlichen Altlasten eine Million Jahre bestehen. Die Zwischenlagerung soll wegen des fehlenden Endlagers für hochradioaktiven Müll bis ins nächste Jahrhundert verlängert werden. Außerdem haben die Betreiber Anfang des Jahres bereits einen Antrag auf unbefristete Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Müll gestellt. Sie planen, Ahaus zu einem Endloslager zu machen. Dagegen wird auch in zehn Jahren noch Widerstand nötig sein. Die BI ist entschlossen, diesen zu leisten - und dazu brauchen wir die Unterstützung der Menschen in unserer Region!

Weitere Infos zur Arbeit der BI und zur Veranstaltung gibt es auf der Homepage. 
• www.bi-ahaus.de
 

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