v.l.: Bürgermeister Dr. Holtwisch, Magdalena Münstermann, Elke Steinmann, Anja Heufekes, Josef Tenhumberg und Franz-Wilhelm Frankemölle, beide Vredener Industrie-Club, Erster Beigeordneter Bernd Kemper.
Mehr als 80 Vertreterinnen und Vertreter von Vredener Unternehmen und den Vredener Schulen informierten sich über die geplante Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule, bei der die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Neue zusätzliche Wege werden eingeschlagen, um die Jugendlichen für die verschiedenen Berufsbilder der Vredener Betriebe zu interessieren. Der Vredener Industrie Club und die Stadt Vreden haben sich entschlossen, an dem Projekt „Wirtschaft und Schule als Partner“ teilzunehmen.
Die Begriffe „Fachkräftemangel“ und „demographischer Wandel“ werden in allen Bereichen intensiv behandelt und diskutiert. Um die jungen Menschen in Vreden schon frühzeitig über die hier ansässigen Firmen und deren vielfältige Ausbildungspalette zu informieren, wurde eine Teilnahme an der Kooperation nach dem sogenannten "Telgter Modell" - Wirtschaft und Schule als Partner (WSP) in Vreden beschlossen. Ziel des Telgter Models ist die Förderung der praktische Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und den Schulen. So früh wie möglich sollen die Schülerinnen und Schüler über alle Unterrichtsfächer vertiefende Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder der vor Ort ansässigen Betriebe erhalten.
Magdalena Münstermann, vierfache Mutter und Initiatorin des Telgter Modells, berichtete über ihre persönliche Motivation für die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft vor Ort und den Schulen. Nach einem Lehramtsstudium sei sie in die Firma ihres Mannes eingestiegen, habe dort Buchhaltung und weitere Aufgaben übernommen. Aus einer kleinen, von seinem Vater übernommenen Schlosserei, sei im Laufe der Jahre ein Handels- und Industrieunternehmen im Bereich Maschinenbau und Sondermaschinenbau mit 200 Mitarbeitern entstanden. Seit 1978 würden sie in verschiedenen Bereichen ausbilden. Im Jahr 2007 sei in der Presse extrem häufig über nicht ausbildungsfähige Schüler berichtet worden. Nach ihrer Erfahrung hätten aber alle, auch selbst vermeintlich schwache Schülerinnen und Schüler Potenzial, welches mit entsprechender Förderung zu einer guten Facharbeiterstelle oder sogar auch zu einem Ingenieurstudium führen könnte.
Gemäß dem Motto “Schüler sind unsere Mitarbeiter von morgen“ habe ihr Unternehmen unterschiedliche Initiativen ergriffen, um den jungen Menschen die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe in ihrem Betrieb vorzustellen, so sei zum Beispiel ein „Familientag“ organisiert worden. „Wir müssen die Schüler frühzeitig neugierig machen, ihnen Gespräche mit „echten Mitarbeitern und Chefs ermöglichen und Einblicke in die Arbeitsweisen geben“, ermunterte Magdalena Münstermann die Anwesenden.
Die Bezirksregierung Münster hatte das Telgter Modell aufgenommen, weiterentwickelt und stellt es für alle interessierten Kommunen zur Verfügung, berichtete Elke Steinmann von der Bezirksregierung Münster. Unter Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit, der IHK Nord Westfalen, der HWK Münster und dem DGB NRW wurden Wege moderner Berufsorientierung entwickelt, die einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Arbeitswelt unterstützen. Klare Ausbildungsperspektiven für junge Menschen schaffen, passgenaue Übergänge in die Berufswelt zu gestalten, die Abbruchquote zu verringern und Wartezeiten und Warteschleifen zu minimieren, seien Ziele von WSP.
Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch appellierte an die anwesenden Vertreter der Schulen und wirtschaftlichen Unternehmen, das Angebot anzunehmen und auch davon zu berichten. „Es ist wichtig, dass viele Unternehmen und Schulen zusammenarbeiten, solch ein interessantes Angebot kann nur funktionieren, wenn viele mitmachen.“