Die Quote kann sich sehen lassen: Zwischen 80 und 100 Prozent der Absolventen bestehen jährlich beim Deutschen Roten Kreuz den Hauptschulabschluss – und dies schon seit Anfang der neunziger Jahre. Mehr als 200 meist junge Menschen aus dem Kreis Borken haben seitdem einen Abschluss bestanden, mit dem sie gute berufliche Perspektiven erlangen. Schulrätin Barbara Becker und DRK-Vorstand Anton Verschaeren sowie Kursleiterin Angela Spieker überreichten erfolgreichen 13 Prüflingen des Jahrgangs 2009/2010 die Zeugnisse, berichtete das DRK in seinem Pressedienst.
„Sie haben jetzt schon mit diesem Zeugnis einen Volltreffer gelandet“, sagte Verschaeren bei einer kleinen Feier im DRK-Jugendhof in Borken-Gemen. Die jungen Leute hätten den richtigen Schritt unternommen, nach einer Unterbrechung den Schulabschluss Klasse zehn (Sekundarstufe I) nachzuholen. „Sie werden den Jugendhof in grüner Umgebung und mit familiärer Atmosphäre in Ihrem Leben in guter Erinnerung behalten“, ergänzte Verschaeren. Er machte den jungen Menschen Mut: „Erfahrungsgemäß stellen Unternehmen und Personalchefs gerne Bewerber ein, die sich mit Kraft, Engagement und Durchhaltevermögen über den zweiten Bildungsweg durchboxen. Auf ihre Leistung können Sie stolz sein.“
Schulrätin Barbara Becker lobte die 13 Absolventen, die aus der Region Borken kommen: „Der wichtigste Schritt war vermutlich im Vorjahr die Überwindung gewesen, sich für diese Weiterbildung anzumelden.“ Die Prüfung sei eine Konsequenz, die nächste folge mit einer schulischen oder beruflichen Fortbildung.
Nach DRK-Angaben holen einige der Schüler anschließend noch den Realschul-Abschluss nach, um damit besser eine Lehrstelle zu erhalten; andere wechseln mit dem Abschluss direkt in Jobs.
Die Maßnahme wurde über den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert; auch flossen Gelder des Kreises Borken in dieses Projekt. DRK-Chef Verschaeren: „Es ist uns zum Glück gelungen, den Kreis Borken mit im Boot zu halten. Wenn er aufgrund seines Sparprogramms ausgestiegen wäre, hätte die Weiterbildung nicht zu Ende geführt werden können. Das wäre für die betroffenen Leute sehr schade gewesen.“
Ein neuer Kurs des DRK-Bildungswerk am DRK-Jugendhof begann mit 20 jungen Menschen, vornehmlich aus dem Südkreis. Sie büffeln ein Jahr lang für den durch die Bezirksregierung anerkannten Hauptschulabschluss unter Leitung von Pädagogin Angela Spieker.