Fachleute treffen sich zur GesundheitskonferenzFreitag, 08. Januar 2016

Die Mitglieder der Kommunalen Gesundheitskonferenz vor Plakaten, die anlässlich der Aktionswoche ";Sucht hat immer eine Geschichte"; gestaltet wurden.

Das Thema Prävention stand im Mittelpunkt der 14. Kommunalen Gesundheitskonferenz, die im Borkener Kreishaus stattgefunden hat. Hierzu konnte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster zahlreiche Fachleute aus dem Gesundheitswesen willkommenheißen. Die Vertreter der Ärzte-, der Zahnärzte- und der Apothekerkammer sowie der Kassenärztlichen Vereinigung, von Krankenkassen, Verbänden der freien Wohlfahrtspflege sowie aus Vereinen, Politik und der Kreisverwaltung befassten sich dabei mit verschiedenen Fragen der Öffentlichen Gesundheit.

Um Prävention ging es dabei aus verschiedenen Blickwinkeln. So beleuchtete Jürgen Siemen von der Barmer GEK das neue Präventionsgesetz. Es verbessere die Grundlagen dafür, dass Prävention und Gesundheitsförderung in jedem Alter und in allen Lebensbereichen als gemeinsame Aufgabe der Sozialversicherungsträger und der Akteure in Ländern und Kommunen gestaltet werden. Darüber hinaus sollen betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz enger verknüpft, die Früherkennungsuntersuchungen weiterentwickelt und das Impfwesen gefördert werden.

Dr. Gerhard Ettlinger, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, ging ganz aktuell auf die Flüchtlingssituation und den Infektionsschutz in den Unterkünften ein. Nach der Ankunft werden die Flüchtlinge ärztlich untersucht, geröntgt und geimpft. Die ärztliche Grundversorgung wird durch regelmäßige Sprechstunden sichergestellt. „Durch dieses Vorgehen wird die Ansteckungsgefahr in den Notunterkünften deutlich reduziert“, erläuterte Dr. Ettlinger. Seine Botschaft: Das Robert-Koch-Institut sieht derzeit weiterhin keine erhöhte Infektionsgefährdung durch Asylsuchende.

Ein ganz praktisches Präventions-Beispiel nahm Regina Kasteleiner vom Kreisgesundheitsamt in den Blick: Sie berichtete von den Aktionstagen „Sucht hat immer eine Geschichte“, die in Bocholt, Rhede und Isselburg stattgefunden haben. Durch die vom Organisationsteam geplanten rund 50 Veranstaltungen wurden knapp 3.000 Menschen erreicht. Die nächsten Aktionstage sind für 2018 in Gronau geplant. Ihre Kollegin Reinhild Wantia stellte den neuen Sozialpsychiatrischen Verbund vor – zu diesem sind die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) und der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) verschmolzen. Die dort vernetzten Akteure konzipieren derzeit einen neuen Arbeitskreis mit dem Thema Prävention.

Regina Kasteleiner berichtete zudem, dass die Resonanz auf das Projekt „Praxismonat Allgemeinmedizin“, bei dem Medizinstudenten für die Tätigkeit in der Region begeistert werden sollen, weiterhin bestens laufe – die vorhandenen Plätze für 2016 sind bereits vergeben. Michael Heistermann vom Kreisgesundheitsamt  informierte über die Aktivitäten zum „Pakt für den Sport“: Um die Schwimmfähigkeit von Grundschulkindern zu verbessern, wurden Qualifikationen für Lehrkräfte und Fortbildungen für Schwimmbegleiter angeboten – 34 Personen haben daran teilgenommen.

Auch im Jahr 2016 sind Aktionen und Veranstaltungen zur Suchtvorbeugung, Krebsvorsorge, Selbsthilfe und Sexuellen Gesundheit geplant: Schwerpunkte sind etwa die Alkoholprävention im Karneval, vier Vorträge zu Vorsorgemöglichkeiten bei verschiedenen Krebserkrankungen im Frühjahr, die kreisweite Einführung des HIV-Schnelltests und eine Fortbildungsreihe für die Selbsthilfegruppen.

Zum Hintergrund: „Kommunale Gesundheitskonferenz“ Die „Kommunale Gesundheitskonferenz“ ist ein vom Kreistag berufenes Gremium. Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster hat den Vorsitz. Geschäftsführer ist Michael Heistermann vom Fachbereich Gesundheit des Kreises. Zentrales Ziel des Gremiums ist es, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu koordinieren und zu verbessern. Die Gesundheitskonferenz tagt in der Regel einmal im Jahr. In den verschiedenen Arbeitsgruppen werden Handlungsempfehlungen zu einzelnen Themenbereichen erarbeitet.

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Beitrag von: Wochenpost
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