DLRG bespricht HochwassereinsatzFreitag, 03. September 2010

Durch das Unwetter im Westmünsterland standen viele Straßen und Häuser unter Wasser. Die DLRG zog jetzt eine Einsatzbilanz.

Im Rahmen der DLRG Bezirksvorstandssitzung am  Dienstag nutzen die Anwesenden, zu denen auch Mitglieder der Ortsgruppe Ahaus gehörten, die Gelegenheit, den Einsatz im Rahmen der so genannten Großschadenslage vom vergangenen Wochenende nach zu besprechen.

Eindrucksvoll und noch immer bewegt von den Eindrücken schilderte Alexander Thoss, Technischer  Leiter der Ortsgruppe Ahaus, den Anwesenden die Herausforderungen, die sich ab Freitag 3:30 Uhr für ihn und zunächst 15 DLRG Mitglieder aus dem Kreis Borken stellten.

Neben der Fachberatertätigkeit in der örtlichen Einsatzleitung in Ahaus, die er zunächst selbst wahrnahm, wurden sofort zwei Tauchtrupps aus Stadtlohn und Borken sowie ein Bootstrupp aus Borken alarmiert. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich Personen bei dem Versuch, das Wasser aus ihren Kellern zu schöpfen selbst in Gefahr bringen und eingeschlossen würden. Zudem stand der Tauchtrupp auch zur Eigensicherung der eingesetzten Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) bereit. Und der Bootstrupp bot sich bei dieser Art Lage ohnehin an, was sich später auch als erforderlich erweisen sollte.

Der erste Einsatz war jedoch an der Kläranlage in Ahaus. Hier kam die Meldung, dass das Klärwerksgelände von den Wassermassen eingeschlossen war und die  Einsatzkräfte mit Materialien und Verpflegung per Boot versorgt werden sollten. Beim Eintreffen hatten Kräfte des THW jedoch bereits einen entsprechenden Zugang ermöglicht.

Dennoch wurde ein Fahrzeugpendelverkehr zur weiteren Unterstützung eingerichtet.

Dann ein weiterer Einsatz: angeblich sollte die Moorbachsiedlung in Ahaus unter Wasser stehen. Das bewahrheitete sich jedoch nicht in der gemeldeten Form. Hier wurden die betroffenen Bewohner durch Gespräche und die Tatsache, dass Hilfskräfte vor Ort sind, so gut es ging beruhigt.

Dann kamen Einsätze wie die Rettung von Weidevieh aus dem Wasser in Alstätte, wo der Bootstrupp gefordert war und weitere Erkundungsfahrten für die örtliche Einsatzleitung, um die Lage immer aktuell darstellen und entsprechende Kräfte einsetzen zu können.

Auf dem Weg nach Alstätte wurden die Kräfte zu einer vom Wasser eingeschlossenen Person beordert die sie unverzüglich befreien konnten. In Alstätte selber dann wurde beim Befüllen und fachmännischen Verbauen von Sandsäcken geholfen, um so die Überflutung einer Sporthalle zu vermeiden. Der Einsatz an dieser Stelle war letztendlich von Erfolg gekrönt.

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Aufgrund der ebenfalls bedrohlichen Lage in Heek und Gronau waren inzwischen auch DLRG Kräfte aus dem gesamten Landesverband Westfalen angefordert und eingesetzt worden. Hier waren über 180 Wasserretter im Einsatz, die im Laufe des Samstags durch Kameraden aus dem Landesverband Nordrhein abgelöst wurden

Hier kam es dann auch zu einem spektakulären Bootseinsatz: Im Rahmen der Brückenwache fiel der Bootsbesatzung ein Schlauchboot auf, in dem zwei Jungen sich die Flut hautnah anschauen wollten. Um sie vor  lebensgefährlichen und unberechenbaren Strudel- / bzw. Sogwirkungen an einer Brücke zu schützen, die sich bei solchen Wassermassen dort entwickeln, wurden die Jungen an Land geschleppt und das Schlauchboot zunächst einbehalten.

Für die hiesigen Rettungsschwimmer der DLRG wurde der Einsatz in Ahaus am Samstag gegen 10:00 Uhr beendet. Die neben anderen ebenfalls eingesetzten Fachberater Mike Wiescherhoff, Leiter Einsatz im DLRG Bezirk Kreis Borken sowie der stellvertretende Bezirksvorstandsvorsitzende Herbert Finke aus Borken wiesen auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte aller Rettungs- und Hilfs- und Sicherheitsorganisationen hin. Zudem haben das Alarmierungsverfahren und der Einsatz aller Gerätschaften nahezu reibungslos funktioniert. Nachbesserungsbedarf sieht man nur im Bereich der Kommunikationsausrüstung. Hier wurden entsprechende Verbesserungen unmittelbar am Abend noch beschlossen.

Paul Geuting brachte als Vorsitzender des DLRG Bezirks Kreis Borken abschließend seinen Wunsch zum Ausdruck dass sich eine solche Lage in den nächsten Jahren nicht wiederholen möge.

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Beitrag von: Wochenpost
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