Eine gelungene Zusammenarbeit: Die Werkstätten Haus Hall verschönerten die Flure der Agentur für Arbeit Ahaus mit selbst gemalte Bildern.
Farbenfrohe Gemälde schmücken neuerdings die Flure der Arbeitsagentur in Ahaus an der Hindenburgallee. Menschen mit schweren Behinderungen haben die Werke geschaffen. Für sie ist das Malen ein wichtiges Ausdrucksmittel, besonders, wenn sie sich sprachlich nur eingeschränkt mitteilen können.
Die Bilder zeigen die Kreativität und die Freude der Menschen, die sie geschaffen haben. Gegenständliches findet sich neben Abstraktem; großzügige Formate erzeugen eine starke Wirkung im Raum. „Die Bilder sind ein echter Blickfang und passen gut in unsere Geschäftsstelle“, freut sich Renate Meis, Leiterin der Agentur für Arbeit Ahaus. Aufmerksam wurde Renate Meis auf die Künstler von Haus Hall durch eine Ausstellung in der Kantine der Agentur für Arbeit Coesfeld. Nicht nur die Ausdruckskraft der Malereien begeisterte die Geschäftsstellenleiterin. „Mir gefiel der Gedanke, ansprechende Bilder in den Fluren zu präsentieren und zugleich Menschen mit Behinderungen die Gelegenheit zu geben, ihr Talent der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt Renate Meis.
Für die Künstler aus Haus Hall ist es nicht das erste Projekt dieser Art. „Wir wollen unsere Aktivitäten ausweiten und bieten Einzelbilder zum Verkauf an“, erklärt Annette Hövelbrinks, die in den Werkstätten Haus Hall für den Vertrieb zuständig ist. Außerdem sind bereits verschiedene Firmengebäude mit Bildern ausgestattet worden – nach den Wünschen der Kunden. Annette Hövelbrinks bezeichnet das als Auftragskunst und nennt als Beispiele Banken und Behörden, wo Flure, Büros und Besprechungsräume mit Werken aus Haus Hall dauerhaft geschmückt sind. Einzelne Gemälde sind auch in den Werkstattläden zu finden, beispielsweise in der Ahauser Van-Delden-Straße.
Elke Sieverding ist Gruppenleiterin in den Werkstätten Haus Hall. Zusammen mit ihren Kollegen hat sie die künstlerische Betätigung von Menschen mit Behinderung längst in den Werkstatt-Alltag integriert. Die Gruppenleiter organisieren die Materialien, bieten Motive an und leisten die erforderliche Unterstützung, etwa wenn die Beschäftigten aufgrund ihres Handicaps vorübergehend Handführung brauchen. „Die Bilder zeigen, dass jeder sich entwickeln kann und dass jeder besondere Fähigkeiten in sich hat, die sich entfalten wollen“, sagt Elke Sieverding.
Die Werkstätten Haus Hall bieten Arbeitsplätze für über 1.000 Menschen mit Behinderung, davon rund 140 in der Zweigstelle in Ahaus. Das soziale Unternehmen arbeitet mit mehr als 250 Betrieben der Region zusammen und ist Dienstleister u. a. in den Sparten: Kunststoff-, Metall- und Holzbearbeitung, Verpackung und Montage, Landschaftspflege.