Superintendent Joachim Anicker berichtet dem Kirchenparlament in Coesfeld von den Fortschritten der 2011 angestoßenen kreiskirchlichen Reform "Unser Kirchenkreis 2015"
Trotz der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im zurückliegenden Jahr hält der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken an einer vorausschauenden Finanzplanung fest.
Während der Finanzsynode beschlossen die rund 100 Vertreter der 21 Kirchengemeinden sowie der kreiskirchlichen Ämter, Dienste und Werke im Westmünsterland den Haushalt für das Jahr 2012. Im laufenden Jahr kann im Kirchenkreis mit etwa 295.000 Euro Kirchensteuermehreinnahmen gerechnet werden. Eine Nachricht, die die Synodalen mit Erleichterung aufnahmen. Nach dem Beschluss des Kirchenparlaments beträgt das Gesamthaushaltsvolumen für die Finanzverteilung an Kirchenkreis und Kirchengemeinden in diesem Jahr rund 9.410.000 Euro. Damit ist die Grundlage für die Finanzierung der Pfarrbesoldung und der Gehälter für die kreiskirchlichen und kirchengemeindlichen Mitarbeitenden sowie für die Einrichtungen des Kirchenkreises gelegt.
"Auch wenn wir uns über das ,Zwischenhoch' freuen, stellen wir uns langfristig nach wie vor auf rückläufige Kirchensteuereinnahmen ein", sagte Superintendent Joachim Anicker am Rande der Synode. Bis 2030 erwartet die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung eine Halbierung der Finanzkraft. Daher gelte es, so Anicker, vorhandene Ressourcen effizient und nachhaltig einzusetzen. "Der Kirchenkreis ist nicht börsennotiert, muss keine Gewinne erwirtschaften", meinte Anicker weiter. Seine Aufgabe sei es, die frohe Botschaft Jesu Christi weiterzutragen und den Menschen zu dienen. Überdies dankte der leitende Theologe des Evangelischen Kirchenkreises den Gemeindemitgliedern "für ihre Kirchenbeiträge, für ihre Verbundenheit und ihr Vertrauen in unseren Auftrag". Mit einem neuen, subsidiären Steuerungsmodell reagierte der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken jüngst auf der Herbstsynode 2011 auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen. In Coesfeld stellte Anicker nun mit der erfolgreichen Konstituierung einer Projektgruppe und eines Steuerungskreises erste Fortschritte des kreiskirchlichen Reformvorhabens "Unser Kirchenkreis 2015" vor.
Im Kirchenkreis werden die Kirchensteuermittel weiterhin nach einem festen Schlüssel auf Kirchengemeinden (68 Prozent) und Kirchenkreis (32 Prozent) verteilt. Letzterer beläuft sich für 2012 auf 3.910.000 Euro. Neben der zentralen Verwaltung und Superintendentur finanziert der Kirchenkreis auf diese Weise beispielsweise das Diakonische Werk, das Schulreferat oder die kreiskirchliche Jugendarbeit und beteiligt sich am Betrieb der Evangelischen Jugendbildungsstätte in Nordwalde. In der Region beschäftigte der Evangelische Kirchenkreis zuletzt rund 330 Mitarbeitende. Die Kirchengemeinden erhalten eine Kirchensteuerzuweisung in Höhe von rund
5.480.000 Euro. Die Gemeinden erhalten damit ab 2012 für jedes Gemeindeglied
62 Euro (bislang 59 Euro) als Pauschale. Rund 87.000 evangelische Menschen leben derzeit im westlichen Münsterland.
Mit dem Jahresthema "Reformation und Musik" im Rahmen der Lutherdekade stellte Kreiskantor Dr. Tamás Sz?cs aus Gronau zudem das Thema der Kirchenmusik während der vierstündigen Synode vor. Über das Jahr hinweg leiten zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte durch das Jahr der Kirchenmusik. Am 19. April macht die bundesweite Kampagne "366+1" der Evangelischen Kirche von Deutschland (EKD) unter Beteiligung zahlreicher lokaler Chöre und Musikgruppen Station in der Großen Kirche in Burgsteinfurt.