Für die Geschichte der Region begeisternSonntag, 12. Februar 2012

Weitere Bilder ";Ich denke, dass dieses Projekt eine große Chance ist";: Winfried Semmelmann hofft auf die Umsetzung der Projektidee ";Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland";.

 

Winfried Semmelmann erinnert sich gut an die Abenteuer seiner Jugend. "Wir fuhren mit dem Rad nach Holland und schmuggelten vier bis fünf Stangen Pfefferminzdrops über die Grenze", erzählt der gebürtige Bocholter. Der Gewinn hielt sich in Grenzen, aber das Katz-und-Maus-Spiel mit dem Zoll bot reichlich Nervenkitzel. Der erhöhte Adrenalinspiegel bei Touren über die Grenze gehört der Vergangenheit an, geblieben ist bei Semmelmann, der in Borken lebt, das Interesse an den deutsch-niederländischen Beziehungen. Diesen widmet sich der 71-Jährige heute aber vor allem aus historischer Perspektive.

Semmelmann engagiert sich in der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes, die Forschungen über die Region zwischen Gronau und Raesfeld, Isselburg und Schöppingen fördert. Aktuell unterstützt er die Arbeiten an einem Sammelband, der die Textilgeschichte im Westmünsterland beleuchten soll. "Die grenzüberschreitende deutsch-niederländische Geschichte ist aber mein Herzensanliegen", sagt Semmelmann.

Auch deshalb macht er sich für die Projektidee "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" stark, für die der Kreis Borken und die Stadt Vreden auf eine Förderung im Rahmen der Regionale 2016 hoffen. "Ich denke, dass dieses Projekt eine große Chance ist", erklärt er. Das sagt er vor allem auch mit Blick auf die pädagogische Seite der Projektidee. Das Zentrum könne dazu beitragen, Museen und Archive noch stärker zu außerschulischen Lernorten zu entwickeln, an denen Kinder und Jugendliche mehr über die Geschichte ihrer Region erfahren können. Dabei werden sie selbst zu Forschern, die alte Fotos und Dokumente sichten, um mehr über den Alltag im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu erfahren.

36 Jahre lang hat Semmelmann am Gymnasium Remigianum in Borken Geschichte und Deutsch unterrichtet. Die Förderung von Schülerinnen und Schülern liegt ihm deshalb besonders am Herzen. Aber auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs böten sich im Westmünsterland viele Möglichkeiten, ist er überzeugt. Schon jetzt forschten immer wieder Doktoranden und Geschichtsstudenten von der Uni Münster zu Themen aus dem Westmünsterland - auch, weil die Infrastruktur dafür vorhanden sei. "Im Landeskundlichen Institut Westmünsterland in Vreden gibt es die größte geschichtswissenschaftliche Bibliothek im Münsterland außerhalb Münsters", betont Semmelmann. "Je besser wir hier ausgestattet sind, desto stärker wird das noch zunehmen", ist er überzeugt.

Weitere Informationen zur Projektidee "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" gibt es im Internet unter www.kulturhistorisches-zentrum.de.

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Beitrag von: Wochenpost
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