„Dann sind wir Gurken mit Gefühlen“Montag, 17. April 2017

Lernende der Gesamtschule nähern sich über die Berkel dem Thema Wasser.

Eine Handvoll einheimischer Schüler kennen die Berkel gut. An warmen Tagen schwingen sie sich am Seil vom Ufer ab. Das Beste daran ist das Hineinplumpsen ins kühle Nass. „Deshalb machen wir das ja“, grinst schelmisch ein Fünftklässler. Er sitzt mit weiteren 49 Schülern der Gescheraner Gesamtschule im Sonderbus. Das Ziel ist die Ausstellung „Wasser bewegt“ im naturkundlichen Museum des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL). Hier holen sich die Schüler grundlegende Informationen zum wertvollsten Gut der Erde, dem Wasser. In den kommenden Schulwochen beleuchten sie den heimischen Fluss aus verschiedenen Perspektiven und integrieren die Themen Energiegewinnung, Leben im Wasser und Ökologie in ihren Unterricht. Elke Vogel, Pädagogin für Naturwissenschaften an der Gesamtschule, ist schon ganz gespannt, was die Kinder und Jugendlichen daraus machen. Die Idee zu diesem Projekt fußt auf eine Initiative der Berkel-AG. Sie ist der Zusammenschluss deutscher Städte und Gemeinden an dem Fluss sowie dem Forum Bildungsberkel und der Regionale 2016. Ein Anliegen ist es dabei, die jüngere Generation für den Heimatfluss zu begeistern und zur Identifikation mit der Region beizutragen. Thomas Kerkhoff, Bürgermeister von Gescher, resümiert: „Die Berkel ist mit der Region tief verwurzelt. Das Projekt hat eine Metafunktion, den Fluss in das Bewusstsein zu rücken.“

Die Museumspädagogin Gerda Windau empfängt im Eingang des Museums die Schüler mit einem besonderen Präsent. Fünf Bücher aus dem LWL-Verlag, die sich mit Wasser und Natur auseinandersetzen, überreicht sie freudig den wissbegierigen Lernenden. Windau hat zwei Führungen durch die Ausstellung vorbereitet. Damit berührt sie die Fachbereiche, die für das Schulprojekt „Berkel“ von Interesse sind. So steht eine Gruppe vor der Vitrine mit 560 Millionen Jahre alten Versteinerungen von Organismen, die im Meer lebten. Es sind Zeugen der Entstehungsgeschichte des Lebens, das im Wasser den Ursprung fand. Unweit der Fossilien stehen Modelle zum Anfassen. Namen wie Muschelkönig, Wasserschlange oder Punktie sprudeln aus den Schülerköpfen, als sie mit Händen darüber tasten. Die Lernenden erfahren auch, dass Wasser eine ungleich verteilte Ressource ist und politisches Konfliktpotenzial in sich birgt. Dass es im Widerspruch zu Leben erhalten und Leben zerstören stehen kann. Es war eine bewegende Ausstellung, ist der gemeinsame Tenor der Schülerinnen und Schüler. Sie machen sich nun an die Arbeit mit den Informationen Verbindungen zum Schulprojekt zu finden.

Während sich die eine Gruppe über den technischen und naturwissenschaftlichen Sektor der Berkel annähert, versucht sich die zweite Gruppe auf der künstlerischen und philosophischen Ebene. „Wasser ist Leben. Wir bestehen zu 80 Prozent aus Wasser. Dann sind wir Gurken mit Gefühlen“, zitiert Julia Hintemann die Assoziation der Jugendlichen aus der Kunst-Arbeitsgemeinschaft. Die hat sich erste Gedanken zur Umsetzung gemacht. Wie diese für Betrachter sichtbar werden, da ist die Kunstpädagogin ganz erwartungsvoll. Sie und ihre Kollegin Elke Vogel begleiten die Lernenden bei ihren Arbeiten, die in eine Präsentation münden sollen. Diese wird es am 21. Juni im Gescheraner Rathaus öffentlich geben. Ein Teil der Ausarbeitungen findet später einen Schauplatz auf dem Berkelaktionstag am 23. Juli. 

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Beitrag von: Wochenpost
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