Ronald Reng - "Robert Enke"Mittwoch, 09. November 2011

Mit der Biografie von Robert Enke befasst sich die neue Rezension der Wochenpost.

Zwei Jahre ist es nun schon her, dass sich Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke das Leben nahm. Der 32-Jährige litt an Depressionen, und kaum jemand hatte davon gewusst. Enke wurde mit dem immer stärker werdenden Druck im Profifußball nicht mehr fertig. Sein Freund und langjähriger Wegbegleiter Ronald Reng, freier Journalist und Autor, hat eine bewegende Biografie verfasst.

Reng führte lange Gespräche mit Enkes Witwe Teresa, bekam Einblick in die Tagebücher von Robert Enke und traf sich mit vielen Kollegen und Freunden von Robert Enke. Herausgekommen ist ein Buch, das den Tod des Torhüters nicht unbedingt verständlicher macht, aber doch dafür sorgt, dass man als Außenstehender ein Bild von den vielen Problemen Enkes bekommt. Als 20-Jähriger wechselte er zum großen FC Barcelona, fünf Jahre später war er arbeitslos. Immer wieder plagten ihn Selbstzweifel und Verletzungen, die verhinderten, dass er sich auf seinem Niveau konstant weiterentwickeln konnte. Er kämpfte und schaffte am Ende gar den Sprung in die Nationalmannschaft.

Hinzu kam der tragische Tod seiner kleinen Tochter, die im Alter von gerade einmal zwei Jahren an einem Herzfehler starb. Doch genau dieser Schicksalsschlag scheint Enke nur noch stärker gemacht zu haben. Reng beschreibt auch ziemlich genau die beiden schwersten depressiven Schübe in den Jahren 2003 und 2009, in denen er sich auch in ärztliche Behandlung begab. Am Ende entsteht ein Bild von einem sensiblen Robert Enke, der auf dem Fußballplatz ein gänzlich anderes Bild abgab. Im außerfußballerischen Leben galt Enke als ruhig und sehr sozial, der sich immer wieder um Tiere im Tierheim und sozial benachteiligte Menschen kümmerte.

„Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben“ ist ein bewegendes Buch, dass neben dem Fußballer Robert Enke auch die vielfach unterschätzte Krankheit Depression beleuchtet und gerade diesbezüglich in vielerlei Hinsicht die Augen öffnet.

„Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben“ ist im November 2011 als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen und kostet 9,99 Euro.
 

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Beitrag von: Wochenpost
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