Ines Kalezic aus Stadtlohn, ist eine echte Leseratte. Sie hat bereits die nächste Buchrezension für die Wochenpost verfasst.
Inspektor Van Veeteren befindet sich eigentlich noch im Urlaub, als sich in der Nähe zwei Morde ereignen und er um Hilfe bei der Lösung gebeten wird.
Der Mörder spaltet seinen Opfern mit einer Axt den Kopf und lässt sie dann einfach liegen. Der Zusammenhang zwischen den beiden Morden, erschließt sich den Kommissaren Bausen und Van Veeteren allerdings noch nicht. Nicht lange nach dem zweiten Mord ereignet sich der dritte, dieses Mal in der Wohnung des Opfers und noch grausamer als die beiden Taten zuvor. Auch hier findet sich auf den ersten Blick kein Anknüpfungspunkt zu den anderen zwei Opfern. Dass es sich allerdings um den gleichen Mörder handelt ist unbestritten. Die Zeit drängt, der kleine Ort ist in Panik verfallen und Van Veeteren möchte eigentlich auch gerne wieder nach Hause. Als dann auch noch eine ermittelnde Polizistin spurlos verschwindet, steht er noch mehr unter Druck. Dass ihre Leiche nicht gefunden wird, lässt alle hoffen. Van Veeteren scheint endlich an den „Borkmann’s Punkt“ zu kommen (Originaltitel des Buches), an welchem der ermittelnde Polizist keine weiteren Informationen mehr benötigt und er nur durch ausführliches Denken auf die Lösung kommt…
Van Veeteren ist ein sympatischer Zeitgenosse. Er liebt gutes Essen, Wein und vor allem das Schachspiel. Diese Leidenschaften teilt er mit seinem Kollegen Bausen, dessen Pensionierung in einigen Wochen ansteht und der den Fall vorher zum Abschluß bringen möchte. Van Veeteren ist am Ende seines Urlaubes und freut sich eigentlich schon auf die Rückkehr in den Job, als er zu dem Fall abberufen wird. Mit dem Kollegen Münster, eigens aus der Heimat geholt, um ihm zu assistieren macht er sich an die Ermittlungen. Dieser hat gerade Probleme mit seiner Frau und der Einsatz kommt, wie es nun mal Polizistenalltag ist, ungünstig.
Vor Ort weckt vor allem die junge hübsche Kollegin Moerk Van Veeterens Interesse, da sie sich als eine brilliante Ermittlerin entpuppt. Als sie dann verschwindet, vermutet er genau deshalb sofort, dass sie bereits etwas entdeckt hat, auf das er noch nicht gekommen ist. Wie nahe er der Lösung bereits ist und dass sie sogar etwas mit seinem Schachspiel zu tun hat, ahnt Van Veeteren nicht.
Was an diesem Buch fasziniert ist, wie Nesser beschreibt, wie jeder Polizist auf seine Art mit dem Fall umgeht. So wie er skizziert, dass Van Veeteren sich zu einem guten Essen zurückzieht, Beate Moerk im Dunkeln in ihrer Badewanne versinkt und auch Münster auf seine Art seinen Gedanken nachhängt, begreift man, dass wahre Polizeiarbeit nicht nur „Action“ ist.
Von Håkan Nesser sind in der Van Veeteren Reihe bereits zehn Romane erschienen. Er zeichnet aber auch verantwortlich für die Inspektor-Barbarotti Romane und zahlreiche andere Bücher: u.a. „Die Perspektive des Gärtners“ btb 2010, „ Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertsson“ btb 2010, etc. Zwölf Romane wurden bereits verfilmt . Wer neugierig geworden ist, findet hier eine Biographie über Håkan Nesser http://www.schwedenkrimi.de/nesser_biografie.htm.