Irgendwie war es klar, dass dieses Format für den Altkanzler erfunden werden musste. „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ ist eine Sammlung von Kurzinterviews, die Giovanni di Lorenzo in seiner Funktion des Chefredakteurs der „ZEIT“ mit Helmut Schmidt, Mit- Herausgeber der Zeitung, geführt hat. Schmidt machte immer freitags nach der Politik-Konferenz in di Lorenzos Büro Halt, setzte sich am Schreibtisch hin, zündete sich eine Zigarette an, trank einen Kaffee mit viel Milch und Zucker und stand dem Chefredakteur Rede und Antwort.
Zunächst erschienen die Interviews wöchentlich im ZEIT-Magazin, dann als kompakte Ausgabe als Buch. Äußerst unterhaltsam kommt der Politiker in diesen Gesprächen herüber. Wichtig ist, dass es sich nicht ausschließlich um politische Themen handelt, sondern dass sich Schmidt auch über andere „weltliche“ Themen äußert. Kultur, sein Leben, seine Erfahrungen und Erlebnisse werden kurz und knapp thematisiert. Kein Interview ist im Buch länger als vier Seiten. Schade ist am Ende des Buches, das man weiß, dass es weitere Interviews nicht geben wird. Schon in der Einleitung weist der Ex-Kanzler darauf hin, dass das Projekt zeitlich begrenzt sein muss, um die Leser nicht zu langweilen. Das passiert aber auf gar keinen Fall…
„Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ ist im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen und kostet in der Taschenbuchausgabe 8,99 €.