Wohngruppe in der KitaSonntag, 25. September 2011

Die Pläne stellten vor Ort vor (von links): Architektin Dagmar Grote, Wohnbau-Geschäftsführer Uwe Schramm, DRK-Vorstand Anton Verschaeren, DRK-Pflegemanagerin Susanne Biallas und Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

Das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Borken wird in Legden eine weitere Wohngruppe für Menschen mit Demenzkrankheit einrichten. Investor ist die Wohnbau Westmünsterland. Das DRK übernimmt die Rund-um-die-Uhr-Betreuung, wie sie schon sehr erfolgreich auch in Ahaus im „Haus Kreszentia“ und in Südlohn im „Haus Georg“ praktiziert wird.

Für das neue Angebot wird der bisherige Kindergarten an der Mühlenstiege 21 in Legden am Rande des Ortskerns umgebaut. Für dieses „vereinfachte Bauleitverfahren“ gab der Bauausschuss der Gemeinde in dieser Woche grünes Licht. Die politischen Vertreter zeigten sich erleichtert, dass das ehemalige Kita-Gebäude einer neuen Nutzung überführt werden kann. Es war vor zehn Jahren gebaut worden und steht seit dem Frühjahr leer.

Auf der 560 Quadratmeter großen Fläche wird u-förmig angebaut. So entstehen nach Plänen des Ahauser Architekturbüros Farwick & Grote elf Wohneinheiten mit bis zu 18 Quadratmeter großen Wohnungen. Architektin Dagmar Grote sagte bei der Präsentation: „Das war eine spannende Aufgabe, Räume für Kinder in solche für Senioren zu verwandeln. Der Baubestand bleibt. Zentraler Ort wird der lichte, überdachte Innenhof, in dem alle Aktivitäten stattfinden.“ Baubeginn soll Mitte nächsten Jahres sein. Die ersten Bewohner könnten dann im Frühjahr 2013 einziehen, schätzt Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

DRK-Vorstand Anton Verschaeren freut sich schon auf das neue Wohnangebot: „Wir brauchen keine Heime, sondern solche kleinen, orts- und bürgernahen Wohnungen. Sie passen zudem bestens in den dörflichen und wohnlichen Charakter eines Ortes wie Legden.“

Wohnbau-Geschäftsführer Uwe Schramm hatte die Maßnahme genau geprüft – und für gut befunden: „Das passt genau zu Legden und hat symbolischen Charakter. Wichtig war es uns als Wohnbau, einen qualifizierten Partner für die Betreuung der Bewohner zu erhalten. Das DRK hat sich auf diesem Gebiet erstklassig bewährt.“

DRK-Pflegeleiterin Susanne Biallas betonte, dass die Angehörigen „jederzeit Zugang“ haben. Deren Mitmachen sei ausdrücklich erwünscht. „Damit haben wir in Ahaus und Südlohn bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Und auf diese Weise könnten Ehepartner sehr gut den Tag mit ihrem Liebsten in vertrauter Umgebung verbringen. „Die Mühlenstiege bietet Geborgenheit und Wohlfühlcharakter. Das Leben in diesen neuen Wohnformen hat eine völlig andere Qualität.“ Für Bürgermeister Friedhelm Kleweken passt das neue Angebot für Menschen mit Demenz genau ins Projekt „Alt werden im Zukunftsort“. Damit bewirbt sich die 6800-Einwohner-Gemeinde für eine Förderung im Rahmen des Zukunftsprojektes Regionale 2016.

Und Anton Verschaeren lobte die Kooperation der Gemeinde mit dem Roten Kreuz: Offen mit der Volkskrankheit Demenz umzugehen – dies sei woanders noch längst keine Selbstverständlichkeit. „Da ist Legden wesentlich offener als andere Kommunen im Kreis.“ Denn „die große Frage der Zukunft für die Gesellschaft“ ist laut Verschaeren doch die: „Wer kann die älteren Menschen in Anbindung mit der Familie gut betreuen? Dies haben wir in Legden pfiffig gelöst.“

Fügen Sie diesen Artikel zu den folgenden Social-Bookmarking-Diensten hinzu:
Delicious Facebook Twitter Google Kledy LinkArena Mister Wong MySpace OneView StudiVZ Webnews Yahoo Yigg
Beitrag von: Wochenpost
Zurück

Einen Kommentar schreiben



Bitte geben Sie die Buchstabenreihe im unteren Bild in das Textfeld über dem Absenden-Button ein.





Es sind noch keine Leserkommentare vorhanden, warum schreiben Sie nicht den ersten?