Willkommen in LegdenDonnerstag, 20. Oktober 2016

Ingrid Arndt-Brauer (M.) hat sich vor Ort in Legden informiert.

135 Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen sind in Legden untergebracht. Aber wie funktioniert das im Dahliendorf? Diese Frage stellte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, die zurzeit ihre diesjährige Sommertour zum Thema Integration und Flüchtlinge absolviert.

Sigrid Goßling, SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde zeigte der Abgeordneten bei einer Rundfahrt durch Legden und Asbeck die einzelnen Flüchtlingsunterkünfte. Die Gemeinde hat Privathäuser gekauft, bzw. angemietet und stellt für die Geflüchteten weitere kommuneneigene Unterkünfte, wie die Wohncontainer an der Brigidenschule zur Verfügung. Um Krisen zu vermeiden, legt die Gemeinde großen Wert darauf, die Flüchtlinge nach ethischen Gruppierungen getrennt unterzubringen. „Das funktioniert sehr gut“, so Goßling.

Bei einem Treffen mit ehrenamtlichen Integrationslotsen und SPD-Kommunalpolitikern im Jugendhaus Pool, gab es dann die Möglichkeit, sich intensiv und auch kritisch über die Thematik rund um die Flüchtlingshilfe auszutauschen. Bei ihrer Begrüßung brachte Sigrid Goßling ihre Freude zum Ausdruck, dass so viele Interessierte den Weg in das Jugendhaus gefunden hatten. „Das ist ein Zeichen, dass die Flüchtlingsarbeit ein großes Thema ist“, so die Fraktionschefin und lobte den großen Einsatz, den die Ehrenamtlichen leisten. Dieser Standard werde aber nicht gehalten werden können, machte Bruno König, Sprecher der Integrationslotsen deutlich. Zu Beginn des Flüchtlingszuzugs habe es zahlreiche Helferinnen und Helfer gegeben, nun sei nur noch eine Handvoll Ehrenamtlicher übrig. „Jetzt fehlen uns einfach Mitmacher“, so Daniela Kersting, die auch in ihrem persönlichen Umfeld für Mithilfe wirbt. „Eine große Hilfe für uns wäre ein hauptamtlicher Ehrenamtskoordinator“, so König. Arndt-Brauer erläuterte, dass die Kommunen finanzielle Unterstützung für die Einrichtung einer solchen Stelle bekommen könnten. Wenn man das auch für Legden in Anspruch nehmen möchte, würde sie sich für die Finanzierung einsetzen.

Breiten Raum bei der Diskussion nahm die Integration in den Arbeitsmarkt ein. Neben den fehlenden Sprachkenntnissen, sei auch eine Anerkennung der Schul- und Ausbildung im Heimatland der Betroffenen ein Problem. U.a. auch wegen der Vorbehalte von Arbeitgebern sei es sehr schwierig, die Menschen in Arbeit zu bringen, berichtete ein Integrationslotse. Auf der anderen Seite gebe es aber auch motivierte Unternehmen, die die Flüchtlinge bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt intensiv unterstützen und somit ein positives Signal senden. Ein weiteres Hindernis sei die Bürokratie, die es häufig verhindert, zeitnah eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen. „Durch den Flüchtlingszuzug haben wir veränderte Herausforderungen für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt“, machte Arndt-Brauer deutlich. Das deutsche duale Ausbildungssystem könne man den Flüchtlingen nicht einfach überstülpen. Einig war sich die Runde, dass man Ideen entwickeln müsse, die eine Veränderung dieses Systems herbeiführen würden. Dazu könne u.a. eine gestaffelte Ausbildung beitragen, wie es sie schon in einigen Bereichen gebe. Eine darauf aufbauende Qualifizierung könne dann auch zum Ziel einer vollständigen Ausbildung führen.

Arndt-Brauer zeigte sich abschließend beeindruckt von dem ehrenamtlichen Engagement der Legdener und überreichte als kleines Dankeschön einen Gutschein für eine Reise nach Berlin. „Dies ist nur ein kleines Zeichen der Anerkennung für engagierte Bürgerinnen und Bürger. Deren Engagement verdient unsere Wertschätzung!“, machte Arndt-Brauer deutlich. Zwei Personen von der Flüchtlingsinitiative können sich auf einen viertägigen interessanten Aufenthalt in der Bundeshauptstadt freuen. Mit Ausnahme von privaten Unternehmungen und Taschengeld, entstehen den Teilnehmer keine Kosten für die Reise.

Wer sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren möchte, kann sich auf der Internetseite willkommen-in-legden.jimdo.com/ informieren und Kontakt aufnehmen. 

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Beitrag von: Wochenpost
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