Wettbewerb „Jugend schweißt“ startetMittwoch, 19. April 2017

Unterstützung erhält Lukas Föcking bei seiner Wettbewerbs-Vorbereitung von Ausbilder und Betriebsleiter Christian Gebker (r.).

„Ich habe zunächst wirklich überlegt: Mache ich es, oder nicht. Aber dann habe ich mir gedacht: Tu’s! Diese Chance gibt es nur einmal“, bekräftigt Lukas Föcking seinen Entschluss. Der 19-Jährige Metallbauerlehrling bei Robers-Leuchten in Südlohn nimmt am 28. April am Wettbewerb „Jugend schweißt“ in der DVS-Kursstätte der Berufsbildungsstätte Westmünsterland, die in diesem Jahr als Ausrichter fungiert, teil.

Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Etwa 30 weitere junge Handwerker im Alter zwischen 18 und 23 Jahren haben sich dazu ebenfalls angemeldet. Was Lukas Föcking aber in dieser Runde ganz besonders auszeichnet: Just an diesem Freitag steht im Unternehmen Robers-Leuchten der jährliche Betriebsausflug an, die gesamte Belegschaft wird dann einen Tag abseits der Werkbank im Phantasialand in Brühl verbringen. „Klar, es gab einige, die fragten, ob ich verrückt sei, den Ausflug sausen zu lassen“, gibt Lukas Föcking zu. „So manch einer aus dem Freundeskreis hat verständnislos geguckt. Aber ich will beruflich weiter kommen und da muss man dann abwägen. Mich spornt an, dass man sich bei dieser Gelegenheit mit anderen vergleichen und erkennen kann, wo man selbst fachlich steht“, erklärt er seine Entscheidung. Sein Chef wie auch der Ausbilder und Betriebsleiter Christian Gebken finden dieses Engagement nicht nur beachtenswert, „wir haben uns auch spontan dazu entschlossen, Lukas‘ Motivation extra zu honorieren“, sagt Christian Gebken. Lukas Föcking wird als Anerkennung zwei Freikarten für den Freizeitpark erhalten und darf mit dem Firmenwagen dorthin anreisen – egal, wie er bei dem Wettbewerb abschneidet.

Vier Sparten stehen für die Teilnehmer bei „Jugend schweißt“ zur Auswahl. Der 18-Jährige Südlohner hat sich für das Lichtbogenhandschweißen entschieden: „Das wird heute eher auf der Montage, im Betrieb dagegen seltener eingesetzt.“ Und gerade das macht für ihn den Reiz aus: „Der Metallbauerberuf – ich habe dabei die Fachrichtung Metallgestaltung gewählt - ist recht vielseitig. In unserem Unternehmen fertigen wir viele individuelle Produkte an. Man weiß heute manchmal nicht, was morgen ansteht. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, jeder Auftrag ist anders.“ Ursprünglich, so erzählt Lukas Föcking, habe er Landmaschinenmechaniker werden wollen: „Ich habe Praktika in mehreren Berufssparten gemacht. Bei Robers hat es mich fasziniert, dass hier herkömmliche wie auch moderne Technik nebeneinander praktiziert wird. Wir schmieden zum Teil noch per Hand, nutzen auf der anderen Seite aber auch die moderne Plasmaanlage und bekommen somit fachlich die gesamte Bandbreite geboten.“

Lukas Föcking ist übrigens der dritte Lehrling aus dem Unternehmen Robers-Leuchten, der am „Jugend schweißt“-Wettbewerb teilnimmt. Betriebsleiter Christian Gebker: „Die jungen Menschen entscheiden sich selbst dazu, ob sie mitmachen oder nicht. Gedrängt wird niemand. Wer es allerdings tut, wird auch nach allen Möglichkeiten unterstützt.“

Für Lukas Föcking beginnt indes jetzt der „Endspurt“: „Ich werde mich in den letzten Tagen vor dem Wettbewerb noch einmal intensiv vorbereiten und die einzelnen Nähte beim Schweißen üben. Das darf ich hier abends nach Feierabend im Betrieb machen, wenn alle weg sind und ich meine Ruhe habe. Denn so langsam schleicht sich auch bei mir jetzt die Aufregung ein.“

Hintergrund:

Zum 12. Mail richtet der Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) die Veranstaltung „Jugend schweißt“ inzwischen aus. Alle zwei bis drei Jahre finden sie zunächst auf Bezirksebene in den verschiedenen Kursstätten im Münsterland statt. In diesem Jahr ist für den 28. April (8 bis 18 Uhr) die DVS-Kursstätte BBS in Ahaus nominiert.

Für jeweils eines der insgesamt vier Verfahren (Lichtbogenhandschweißen, Metall-Aktivgasschweißen, Wolfram-Inertgasschweißen sowie Gasschweißen) können sich die jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren einschreiben. „Hintergrund der Veranstaltung ist es, die Schweißtechnik ein wenig aus ihrem Schattendasein zu holen. Aber natürlich auch, um Jugendliche gezielt für diesen Berufszweig zu motivieren. Fachkräftesicherung ist dazu ein zentrales Stichwort. Der Wettbewerb bietet neben attraktiven Preisen auch die Möglichkeit, untereinander sowie zu verschiedenen Unternehmen aus der Fügetechnik Kontakte zu knüpfen“, benennt der stellvertretende BBS-Geschäftsführer Hermann Wansing die Intention des Wettbewerbs.

Nach der Teilnahme auf der Bezirks- und anschließend der Landesebene treten die Sieger der 14 Landesverbände dann auf Bundesebene an. Von dort aus geht es weiter zum Europa- und als letzte Station zum Weltcup.

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Beitrag von: Wochenpost
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